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Der
Wespenbussard
Der Wespenbussard gehört sicherlich zu den unbekanntesten
Greifvögeln unserer Heimat. Dem vogelkundlichen Laien fällt dieser ebenso
seltsame wie seltene Greif kaum auf, denn der Wespenbussard ähnelt dem
häufigen Mäusebussard mit dem er sonderlich nah verwandt
ist, so sehr, dass Verwechslungen immer wieder vorkommen.
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Merkmale: Im Fluge wirkt der
Wespenbussard insgesamt etwas schlanker, als der Mäusebussard, mit
längeren und schmaleren Flügeln, die auf der Unterseite in der Regel ein
charakteristisches Längsstreifenmuster zeigen. Wespenbussarde unterscheiden sich durch ihren längeren Schwanz
mit 2 dunklen Binden auf der Unterseite. Weiteres die längeren Flügel mit ihren parallelen Kanten
und dem schlankeren, länger nach vorne herausragenden Kopf von
Mäusebussarden. Oftmals bieten auch die Flügelunterseiten mit ihren
dunklen Flecken im Bereich der Handwurzel sowie dem dunklen Band am
hinteren Flügelrand ein Unterscheidungsmerkmal. Die Färbung und auch die
Gefiederzeichnung sind bei Wespenbussarden allerdings ebenso variabel wie
bei Mäusebussarden und bieten daher schlechte Erkennungszeichen.
Ernährung: Der Wespenbussard ist als
Nahrungsspezialist ein ausgesprochener Zugvogel. Die 51-58 cm langen
und 0,4-1,05 kg schweren Wespenbussarde tragen ihren Namen völlig zu
Recht, denn sie ernähren sich vorzugsweise von Wespen, deren Larven
und Waben.
Auch Hummeln und Bienen sowie vielerlei andere Insekten, Spinnen und
andere Gliedertiere nehmen Wespenbussarde häufig zu sich.
Sie sind auch in ihrem Körperbau an diese Nahrung angepaßt, sein Fuß
ist als Scharrfuß ausgebildet, seine Nasenöffnungen sind nur kleine
Schlitze und das Gesicht ist mit kleinen schuppenförmigen Federchen
gegen die Stiche der wehrhaften Insekten gut geschätzt. Er erbeutet
dabei weniger die erwachsenen Insekten als vielmehr deren
Larven und Puppen, die er mit seinem |
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Foto: Peter Ordner - (Verlag
Athesia Druck Bozen) |
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schlanken Schnabel geschickt aus den Waben zieht. Daneben
fängt der Wespenbussard auch andere größere Insekten, Amphibien,
Reptilien, kleine Vögel und ausnahmsweise auch Kleinsäuger. |
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Brut: Viele Wespenbussarde kehren wahrscheinlich bereits
fest verpaart ins Brutrevier zurück und beginnen schnell mit dem Bau eines
neuen Horstes. Nur selten bessern Wespenbussarde bereits vorhandene
Nistanlagen aus. Beide Partner teilen sich die Arbeit; meist befinden sich
die neuen Horste in hohen Bäumen an Waldrändern. Die Brutreviere des
Wespenbussards liegen vor allem in alten naturnahen Laubwäldern, in denen
er seinen Horst in charakteristischer Weise auf kräftigen Seitenzweigen
anlegt. Dabei unterscheidet die starke Begrünung mit voll belaubten
Zweigen die Horstanlage von denen anderer Arten mit ähnlich großen
Horsten. Dank dieser Tarnung und wegen seiner recht heimlichen Lebensweise
wird der Wespenbussard aber oft übersehen. Sein Bruterfolg hängt in
besonderem Maße von der Entwicklung seiner Hauptbeute ab und damit vom
Wetter. Der Wespenbussard brütet 2 Eier sehr selten auch 3 Eiern (4,9 x
4,1 cm) und wird von beiden Partnern, oft überwiegend nur vom weiblichen
Wespenbussard, 30-37 Tage lang bebrütet (Legeabstand 3-5 Tage, Brutbeginn
ab 1. Ei). von denen kommt des in kalten, nassen Sommern kaum zu
erfolgreichen Bruten. Die Jungen tragen zuerst ein weiches Kleid aus
langen, bräunlichen (Oberseite) und
kürzeren, weißen Dunen (Unterseite). Das 2. Dunenkleid ist dichter, kürzer und vollständig weiß. Anfänglich
atzen (füttern) und hudern (wärmen) beide Altvögel ihren Nachwuchs.
Wespen- und Hummellarven bilden in der 1. Woche den Hauptanteil der
herbeigetragenen Nahrung. Später bringen Wespenbussarde ihren Jungen auch
kleine Wirbeltiere zum Horst. Anders als alle anderen Greifvögel Europas spritzen junge
Wespenbussarde ihren Kot nicht weit über den Horstrand hinaus, sondern
setzen ihn auf dem Nestrand ab, so daß unterhalb des Brutbaums auf dem
Erdboden nur selten auffällige weiße Flecken zu sehen sind.
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Flügge werden Wespenbussarde etwa mit 44
Tagen. Die ältesten bekannten Ringvögel wurden 23 bzw. 28 Jahre alt.
Zugvogel: Nach nur drei Monaten Aufenthalt im Brutrevier - einer für Greifvögel
extrem kurzen Zeitspanne - ziehen diese Vögel bereits ab Ende August in
ihre südlichen Winterquartiere. Da dabei oft mehrere Dutzend Tiere
gemeinsam fliegen, ist der Zug der Wespenbussarde stets ein
eindrucksvolles Schauspiel.
Erst gegen April-Anfang Juni, wenn die Wespen in den Brutgebieten der
Wespenbussarde bereits zahlreiche Nachkommenschaft in großen Nestern
hochziehen, kehren diese Greifvögel zu ihren angestammten Nistbezirken
zurück.
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