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Der Uhu - König der Nacht
Zu Recht kann er als
König der Nacht bezeichnet werden, wenn man sein elegantes, großzügig
geschnittenes Federkleid mit den auffallenden Federohren betrachtet und
in seine wundervollen flammenfarbenen großen Augen blickt.
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Leider wurde der
auch als Adlereule bezeichnete Uhu früher vom Menschen brutal
verfolgt. Man sah in ihm einen großen Jagdschädling,
Nahrungskonkurrenten und Unglücksbringer. Sein Ruf galt als böses
Omen und seine Jungen wurden ausgehorstet, um für die Hüttenjagd
abgerichtet zu werden. Bei dieser Jagdform wird der Uhu auf einem
Holzblock angebunden ins Gelände gesetzt und soll so Krähen oder
Greifvögel anlocken, die dann aus einem Versteck heraus
abgeschossen werden konnten. Dabei wurde der Bestand so dezimiert,
dass er kurz vor der Ausrottung stand. Auch ein Aberglaube, der
vor allem auf dem Lande praktiziert wurde, hat zu seiner
Seltenheit beigetragen. Als Schutz vor Bezauberung und Blitz sind
Eulen getötet worden, um mit ausgebreiteten Flügeln an ein
Scheunentor genagelt zu werden. Gut, dass dieser Aberglaube in der
heutigen Zeit sein Ende gefunden hat! So zählt der Uhu seit den
50er Jahren zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Nur in
unzugänglichen Regionen hielten sich noch einige Brutpaare.
Bemühungen von Vogelschützen zeigten seit den 70er Jahren durch
Bewachung der Brutplätze, künstliche Aufzucht und Auswilderung der
Uhu´s langsam Erfolg.
Merkmale: Der Uhu ist die größte aller in
unserer Region vorkommenden Eulen und hat eine Größe von 60 bis 75
cm. Das Gefieder der Vögel ist bei beiden Geschlechtern hell
rötlich-braun und mit streifenförmigen, dunklen Flecken
durchsetzt. Auffällig sind die mit der Spitze meist nach außen
zeigenden Ohrbüschel |
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sowie die leuchtende, orange Augenfarbe. Der
Blick des Uhus wird von vielen Menschen als stechend empfunden.
Die größte
europäische Eule hat eine Flügelspannweite bis zu 1,70 m.
einer Länge von 65 bis 70 cm und mit einem Gewicht von ca. 3kg
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Lebensraum:
Sitzt er tagsüber
unbeweglich im Halbdunkel des Waldes in einer Astgabel oder in einer
Felsnische, ist er durch sein geflecktes Gefieder trotz seiner Größe
schwer zu entdecken. Haben ihn trotzdem Kleinvögel gesichtet, erheben
sie ein lautes Geschrei und verraten so den Greifvogel, der dann
aufgeregt seine Federohrbüschel stellt und sich vielleicht nach einem
neuen Ruheplatz umsieht. Überall, wo der
Mensch dem Uhu nicht nachstellt und wo die Landschaft nicht verdrahtet
ist, kommt der imposante Greifvogel vor, sofern er dort genügend
Brutmöglichkeiten und Nahrung vorfindet.
Nahrung: Uhus jagen in der
Dämmerung, manchmal sind sie bereits kurz vor Sonnenuntergang unterwegs.
Zu seiner Beute, die er mit seinen kräftigen Fängen schlägt, zählen vor
allem Vögel bis zur Größe eines Habichts, Hasen,
Ratten, Mäusen, Igeln, Habichten, Krähen und
anderen Rabenvögeln und erbeutet zuweilen sogar den großen Auerhahn.
Er schlägt den
Hasen und den Igel, er holt die Krähe aus dem Schlaf und das
Eichhörnchen aus dem Gipfel. Auch Frösche und Fische verschmäht er
nicht. Alles wird mit Haut und Haaren verschluckt und nach einiger Zeit
würgt er die unverdaulichen Reste als Gewölle wieder hervor.
Größere Teile werden an bestimmten Rupfstellen, nicht selten auch am
Brutplatz gerupft und zerkleinert.
Durch solche Plätze und seinen markanten Ruf verrät der sonst heimliche
Vogel seine Anwesenheit.
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Zugverhalten: Der Uhu gehört in Südtirol zu dem an stärksten
gefährdeten Vogelarten und kommt nur vereinzelt vor. Dort, wo er
heimisch ist, bleibt er das ganze Jahr über.
Fortpflanzung:
Da er im Allgemeinen in seinen Ansprüchen nicht sehr wählerisch
ist, findet er bei uns vor allem in Felswänden oder in
Steinbrüchen eine Nistmöglichkeit. Er weicht aber auch auf
verlassene Greifvogelhorste aus, oder brütet in flachen
Waldgebieten auch auf dem Boden. Im März, wenn teilweise noch
Schnee auf den Felshängen liegt, beginnt die Paarungszeit.
Unermüdlich kann man dann bis zu 100 mal sein dumpfes
"wuoh,wuoh"
(woher auch sein Name stammt) in der letzten Dämmerung bis zu 5 km
weit rufen hören, bis |
mit einem höheren
Ton ein Weibchen darauf antwortet und ihre Töne in ein kehliges
Kichern übergehen. Schaurig erklingen Ihre Rufe und die hitzigen
Zweikämpfe der Männchen erfüllen die mondhellen Nächte mit ihren
wilden Jagden. Sind sich dann beide Partner einig, geht´s auf
Wohnungssuche. Bei der Einrichtung macht das Paar offenbar keine
großen Umstände. Ein paar Zweige werden zusammengetragen und wenn
es hoch her geht, die Härte des Horstes mit etwas Laub oder den
Gefiederresten seiner Beute gemildert. Darauf legt das Weibchen
seine 2-3 rundlichen, weißen Eier. Während der Brutzeit wird sie
vom Männchen fleißig mit Nahrung versorgt, bis nach 35 Tagen die
Jungen im Abstand von mehreren Tagen schlüpfen und als mollige
Flaumkugeln zwischen den Fängen der Mutter nach Nahrung betteln.
Die Uhu´s sind fürsorgliche Eltern, die Ihren Nachwuchs vor Regen
oder zu starker Sonne schützen und unermüdlich Futter
herbeischleppen, trotzdem hängt der Bruterfolg von dem vorhandenen
Nahrungsangebot ab. Sind einmal nicht genügend Beutetiere zu
erwischen, geht das kleinste Junge ein. Wenn bei der jungen Brut
die ersten Federn spriesen, beginnen sie im Alter von ca. 6 Wochen
schon Ausflüge durch Felsen oder Gestrüpp der Umgebung zu machen
und sind mit 9 Wochen flügge. Sie werden aber noch lange versorgt,
bis sie mit ca. 5 Monaten das Brutrevier verlassen um ein eigenes
Revier zu suchen.
Uhu´s sind ausgesprochen standorttreu und leben in Dauerehe, nur
außerhalb der Brutsaison streifen sie auch alleine in dem ca.
150qkm großen Gebiet umher. |
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