Bericht 136: Jagderfolg im Revier Salurn

Es war der 14.August 2010. Nachdem ich nicht länger als eine Viertelstunde die Waldlichtung beobachtet hatte, wechselte ein Alttier samt Kalb die Talseite. Keines der beiden Tiere blieb stehen und sie sind auch schnell vom Wald verschlungen worden. Ja, so geht es, wenn man unentschlossen ist, ob man schießen soll oder nicht. Keine Minute war vergangen, als ein Schmaltier ganz oben am Waldrand stand. „Passt!“, dachte ich und schon brach der Schuss. Das Tier zeichnete eindeutig und verschwand im Wald, wo ich nur noch das Brechen von Ästen vernehmen konnte. Ich repetierte und wartete geduldig. Es vergingen mehrere Minuten und langsam dachte ich an die Bergung des Schmaltieres. Es kam aber ganz anders. Im Laubwald ist es nach einer Trockenperiode ganz leicht und eindeutig festzustellen, ob Wild heranwechselt, aber tags zuvor hatte es geregnet und so muss man nur den eigenen Augen vertrauen. Als ich den Ansitz verlassen wollte, hörte ich keine 30 m entfernt eindeutig Äste brechen. Alles ging sehr schnell. Zuerst dieser Schatten und dann kam der Hirsch gerade auf mich zu. Ein alter Wechsel, der genau auf Augenhöhe zum Ansitz gerichtet ist, wendet kurz davor zum Bergrücken hinauf. Jetzt war der Hirsch nicht mehr als 5 m von mir entfernt und obwohl ich guten Wind hatte, musste er wohl eine Bewegung wahrgenommen haben. Mit einem Sprung drehte der Hirsch um und wollte sich davonmachen. Ich pfiff, der Hirsch hielt kurz an und äugte noch in meine Richtung. „Jetzt oder nie!“ Ein geglückter Trägerschuss riss den Kapitalen auf der Stelle nieder und dann rutschte der Hirsch ganz langsam ins trockene Bachbett. Meine Freude war groß! Ich habe schon so manchen Hirsch erlegt, aber dieser hier wird wohl mein „Bester“ bleiben. Ein paar Jagdkollegen halfen bei den zwei leichten Bergungen und später wurde natürlich gebührend gefeiert.


Weidmannsheil

                                                                                              Bericht und Fotos: Tabarelli Guido, Jagdrevier Salurn  

 

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