Bericht 116: „A wenn lei a Geasl isch…“

Geschtern wollt i zu die Spielhahn ai gian, obr des wär mit Risiko verbundn gwesn.  Es hot gschniebn und die Strossn sein net graumt gwesn, oder nur spärlich.

Mitn Ollrod hon i es a Stickl gschofft und nochr den Wogn stian glossn.

Zu weit warets gwesn af die Höhe. Also bin i do a bissl pirschn gongen, wo i mein Hirschl gschossn hon im Summer.

Still wors und die Flockn sein gfolln.

Mein Hundl isch neben mir her gongn und hot die unzelnen Tupfer vom Rotrock untersuacht - A Schnirl hot er gezogn, genau af mein Wechsl. Net long isches her - i hon ihn direkt grochn!

Wenn er sich irgendwo zoagt, nochr nimm i ihn mit... wor mein Gedonke.

Sou longsom bin i in die Keschtnbam kemmen. Do sein gern die Reh und suachn sich essbores.

Der Schnea isch do lei so 10 cm hoach. Obr rutschig, weils steil isch.

Af amol sieg i a Bewegung unter mir af 50 Meter.

Jo a Geasl isches. Obr i werd sie pardoniern. Eigentlich, mog i sie gor net schiassn. Und i geah weiter – a bissl verdeckt, damit i sei ban Äsn net stör.

Bold sieg i sie obr wieder. Iatz seins nou 40 Meter, weil i sie schräg umrundet hon... und mir follt ein, dass a Stickl Rehwild gebraucht wird, für insere Bauern.

Sie isch alluan und scheitn net gonz jung zu sein. Kitz isch a kuans zu sechn.

I wort nou a Weile - i woass gor niammer 5 Minutn - 10 Minutn - Und i bin sicher - de isch alluan – de miasset passn.

Afn Steckn ungstrichn gib i de Soch weiter an meine Rosi - und sie mocht ihre Soch guat: Genau hintern Blott saust des Kupfergsschoss inni und losst des Geasl af der Stelle verendn. Sie rutscht nou 10 Meter in die Tiefe wo a liegender Bamstomm sie aufholtet. Suscht hätt i sie wohl ziemlich weit zruckziachn gekennt. – Obr sell waret a gelcih gwesn – i hon jo Zeit.

Mein Hundl derf des Stickl suachn und bringt mi sicher hin. A wenn i des Geasl schun liegn gsechn hon, derf mein olter Jagdbegleiter sich immer wieder beweisn und isch nochr gonz stolz auf seine Leistung.

A poor guate Gedonkn, in Ruhe aufgebrochn und des Stickl a bissl ausgekialn glossn und drweil an Bruch für mein Huat gholt und an leschtn Bissn. Nochr isches ans Bergn gongen. Gonz gemiatlich hon i des Stickl durchn Schnea aigezochn afn Weg und nochr nou bis zur Stross. Foscht A Stund hon i Orbet ghobt. Jo es isch steil ba ins und olm wieder bleib i stian um zu roschtn. Nochr konn i mi olm wieder übr den gelungenen Obschuss freien. Sie hot laut Milchdrüsen huier kuan Kitz gführt und isch obr a net unbedingt als olt einzustufn 4-5 Johr - mehr zoag des Unterkiefer net.

Wos mir obr passt, isch, dass es, ohne den Schuss zu hearn und ohne Arwohn, erlegt gwordn isch.

Und die Bauern freien sich sicher über an guatn Rehbrotn, des ohne Angst und Stress mit an saubern Schuss, in den weichn Schnea gworn gwordn isch.

I frei mi a über an Goasnobschuss, a wenn des Haiptl kuane Vereckung aufweisn konn.

 

Weidmonnsheil

                                                                                                                    Bericht und Fotos:  Diether Platzgummer

 

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