Bericht 105: Erfolgreiche Kahlwildjagd

 

Am Donnerstag, 4. November hatte ich mir einen freien Tag von der Arbeit gegönnt und wollte mir einen schönen Jagdtag daraus machen. So startete ich bereits um 6 Uhr und fuhr ins schöne Schlandrauntal. Dort parkte ich mein Auto etwa oberhalb der Schlanderser Alm und machte mich dann zu Fuß auf den Weg ins Manaidtal. Als ich gegen 7.30 Uhr die Hirtenhütte am Ende der Forststraße erreicht hatte suchte ich das Gebiet nach Rotwild ab. So langsam erhellten die ersten Sonnenstrahlen die verschneiten Gipfel der Berge und ließen sie rot erleuchten - ein traumhafter Tag zeichnete sich ab. Nach wenigen Minuten hatte ich einige Stücke Rotwild im Anblick, die trotz des Schnees weit oberhalb der Waldgrenze die vom Wind und der Sonne freigelegten Äßungsflächen aufsuchten. Mit dem Spektiv konnte ich ein Tier mit Kalb, ein nichtführendes Tier sowie zwei Jährlingshirsche ansprechen. Der Wind zog in meine Richtung und so beschloss ich den Aufstieg zu wagen und mein Glück zu versuchen. Nach einer knappen halben Stunde hatte ich die Waldgrenze erreicht und sah das Rotwild weiterhin ungestört äßen. Plötzlich sah ich aber etwas oberhalb von mir einige weitere Stücke Rotwild. Schnell nahm ich mein Spektiv zur Hand und konnte 5 Trophäenhirsche sowie ein Tier mit Kalb ansprechen. Die Entfernung betrug knappe 300 Meter und so versuchte ich noch weiter an die Stücke heranzukommen. Dies gelang mir bis auf eine Distanz von 170 Meter und während ich mir versuchte eine Auflage für meine BBF zu richten, mussten mich die Stücke bemerkt haben und zogen rasch über den nächsten Bergrücken und verschwanden so aus meinem Blickfeld. Das Manaidtal ist ein wunderschönes Rotwildgebiet, wo sich dass Rotwild auch im Winter teils noch weit oberhalb der Waldgrenze aufhält, aber dieser Umstand erschwert die Jagd erheblich, denn in einem freien Gebiet beim Rotwild auf eine gute Schussdistanz heranzukommen ist alles andere als leicht. Nichts, dachte ich mir und versuchte wieder die vorherigen Stücke ausfindig zu machen. Diese befanden sich immer noch an der gleichen Stelle wie vorher und so versuchte ich nun diese Stücke anzupirschen, was sich auch wieder als sehr schwer gestaltete. Der gefrorene Schnee machte ein leisen weiterkommen fast unmöglich und so musste ich einen großen Umweg machen um die Schneefelder einigermaßen zu umgehen. Gegen 9 Uhr war ich bis auf knappe 150 Meter an die Stücke herangekommen. Langsam richtete ich mir eine Auflage für mein Gewehr und dann versuchte ich die Stücke wieder anzusprechen. Da die Stücke aber genau in meine Richtung zogen, konnte ich nicht feststellen welches nun das nichtführende Tier war. Als sich die Stücke auf knappe 100 Meter genähert hatten äugte eines der Tiere sehr vorsichtig in meine Richtung, äßte dann aber wieder ruhig weiter. Ich überlegte kurz und entschloss dann das Kalb zu erlegen, denn festzustellen welches das nicht führende Tier war würde mir wahrscheinlich nicht mehr gelingen, ehe mich das Rotwild wahrgenommen hätte, um dann fluchtartig den schützenden Wald zu aufzusuchen. Ich spannte meine BBF und als das Kalb sich leicht abdrehte lies ich den Schuss brechen. Noch im Zielglas konnte ich sehen wie das Kalb im Feuer lag und die restlichen Stücke flüchteten. Sofort lud ich mein Gewehr wieder und hoffte dass es mir vielleicht gelingen würde noch ein Tier zu erlegen. Es dauerte eine gute Minute bis das restliche Rotwild aus der Bodensenke wieder hervortrat. Ich konnte sofort das führende Tier ansprechen, leider gab es mir aber nicht mehr die Möglichkeit einen sinnvollen Schuss anzubringen, denn die Stücke zogen rasch weiter und verschwanden hinter dem nächsten Bergrücken. Ich wartete noch einige Minuten ab und ging dann zum erlegten Kalb. Nach einem kurzen verweilen am Stück begann ich mit der roten Arbeit und anschließend mit der Bergung. Nach einer knappen halben Stunde hatte ich die Forststrasse wieder erreicht und lies dort das Kalb zurück um mein Auto zu holen. Als ich wieder zurück war verstaute ich alles im Kofferraum und fuhr in die Kühlzelle. Dort erledigte ich die restlichen Arbeiten und hängte das 30 kg schwere Hirschkalb in die Zelle und fuhr dann glücklich und zufrieden nach Hause.

  

Weidmannsheil

 

                                                                                        Bericht und Fotos:  Höllrigl Martin – Jagdrevier Schlanders

 

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