Bericht 97: Mein Jagderlebnis 2010

Heuer hatte ich einen Gamsgeißabschuss frei. Schon lange vor dem 1. August hatte ich German, den Gamsbegleiter gefragt, ob er wieder Zeit hätte. Er sagte natürlich gleich zu und meinte: „A Geßl wermr schun schiaßn“.

Dann kam endlich der 1. August. Zuerst mussten wir allerdings den T-Bock schießen, was auch gleich klappte. Schließlich rief German mich an und meinte, dass wir es versuchen könnten, er wüsste eine zweijährige, eher schwache Geiß, die ein guter Abschuss wäre. Ich sagte natürlich sofort zu. Einige Tage darauf brachen wir auf Richtung Kesselberg. Auch Jergl, ein weiterer Freund von uns, war mit dabei. Wir wollten bis zum „Glasner Egg“ unter dem Kesselberg. Von hier aus könnten wir dann die Gegend ableuchten. Schließlich sahen wir sie: „schau, do obn sein sie… sie ziehn zum `kleinen Spiel´ herein“ meinte German.“ Nichts wie hinauf!“ Kaum waren wir beim „kleinen Spiel“, äugte auch schon eine ältere Geiß zu uns herüber. Wir standen regungslos da, doch es half nichts… ein Pfiff und schon sprangen alle hinunter in den sicheren Bergwald. Wir konnten nur noch nachschauen: fünf Geißen mit Kitz und drei oder vier jüngere. „Da war sie sicher dabei!“ meinte German. Das nächste Mal sahen wir sie in einer Lawinenschneise, die den Wald durchzieht. Wir wollten es versuchen, aber sie waren alle in der Schneise verschwunden.

Nach 5 erfolglosen Pirschgängen versuchten wir es schließlich ein weiteres Mal. Diesmal waren wir nur zu zweit, German und ich. Wieder waren die Geißen außerhalb des „kleinen Spiels“. Als wir oben waren, waren die Geißen cirka 400 m von uns entfernt. Über einen kleinen Steig pirschten wir hinauf bis auf cirka 280 m Entfernung von ihnen. German sprach die Geiß an und sagte zu mir: „Richt die her, sobald sie breit steht, konsch schieschn!“ Aber die Geiß stand immer spitz. Es vergingen fünf Minuten…und dann…ein Sportflugzeug flog genau über uns und die Gams hinweg! Was für ein Pech und „auf Wiedersehen Gams“! „Söi, iatz kennen mir hoamgian..dei isch ins nou net gegunt“ meinte der German. Das war der siebte Versuch  und wieder nichts!

Die zwei Jagdbegleiter German und Jörgl

Schließlich aber kam der 26. September und wir gingen wieder hinauf zum „kleinen Spiel“. Unterm „Spiel“ waren ein  Jahrling und das Geißlein. Wir zwei pirschten zu ihnen hinüber, der Jergl, der dieses Mal wieder mit gekommen war, wartete herüben auf der anderen Seite. Wir pirschten uns auf 100 m heran, ich nahm den Rucksack herunter und benutzte ihn als Unterlage. German sagte mir, dass die Geiß, die tiefer stand, die richtige sei. Dann um 8.45 Uhr bricht der Schuss (Kaliber 0,243), die Gams liegt im Feuer. Weidmannsheil wünschten German und Jergl. Nach dem Versorgen, haben wir ganz gemütlich „Halbmittag“ gegessen und dann ging es nach Hause. Vergelt`s Gott dem German und dem Jergl.

Ich wünsch allen Weidmannsheil und guten Anblick.

 

 
                                                                                                           Bericht und Fotos:  Egon Siebenförcher - Sarnthein

 

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