Bericht 83: Ohne Fleiß kein  Preis

 

Nachdem mein Vater krank war, wollte ich dieses Jahr gar nicht mehr Hirsch jagern.

Mir fehle die Motivation aber trotzdem dachte ich mir, er wird wohl unter unseren Kollegen den nächsten Hirsch schießen.

Im Jahr 2003 schossen wir beide im Revier Kastelruth unseren ersten Hirsch.

Da wir ja in unserer Familie 4 Jäger, plus mein Schwager sind, ist während der Hirschjagd ein richtiger, aber auch fairer Konkurrenzkampf entstanden. Andere Jagdkameraden behaupten, seid wir Jungen zur Jagd gehen, machte auch  meinen Vater, die Jagd wieder Spaß.

Irgendwie fühlte ich mich schuldig bei diesen Unfall, hätte ich nicht selbst auf dem Baumsteigen können und den Sitz zu montieren, mit 63 Jahren muss man nicht gerade auf Bäumen mehr rum albern.

Trotzdem  jagte ich weiter,  auch wenn der Reitz nicht mehr so war wie am 15. September als die Jagd auf dem Rothirsch in Kastelruth begann.

So verlies ich um 1 Uhr am 20. September  mein zuhause und begann wie jeden Morgen meine Jagd. Ich fuhr zuerst Richtung Seiser Alm, wo  ich einige gute Plätze wusste. Leider  war am diesem Morgen Nebel

So rauschte ich  gegen 3 Uhr wieder zurück nach Tagusens um noch einen guten Hochstand zu erwischen, denn die Konkurrenz schläft nicht. Ein Hirsch wurde ja bereits erlegt und 4 standen dieses Jahr noch zum Abschuss frei .  Ich wusste um halb 4  trudeln die Mitstreiter ein. Ich begann Wiese für Wiese mit dem Fernglas   abzusuchen und wurde auch schnell fündig, denn die Brunft war im Gange und sie röhrten.

Schnell entschied ich mich für einen Hochsitz, wo ich am Morgen die größte Chance sah einen Hirsch zu sehen, bevor er in den Wald einziehen würde. So meine Strategie.

Vier Uhr die Nacht ist noch lange  bis zur Schusszeit. So begann ich die Hirsche die eifrig rörten einwenig mit meinem Locker zu spotten, die mir dann auch gleich antworteten. Ich nahm ja heuer beim Lockkurs in der Jägerschule Latemar teil. Der nur zu empfehlen wäre, diese 2 Herren dort haben es wirklich drauf, Hut ab.

Gegen 5 Uhr bekam ich Besuch, es war Willi ein eifriger und guter Rotwildjäger mit dem ich einige Worte wechselte, bevor er wieder verschwand.

Plötzlich läuteten  die Turmglocken und ich dachte mir „Iatz sein se sicher weck!“.

Es war in zwischen 6 Uhr morgens, die Temperatur sank da ich ziemlich fror.

Funkstille kein Rohren nix. Ich nahm mein Handy und rief mein Freund Hofer an, der nur einige hundert Meter auf einem anderen Sitz saß, und plauderte ein wenig und dass wir uns gleich  bei den Autos treffen würden .Auf einmal  röhrte ein Hirsch keine 100 Meter vor meinem Hochsitz. Zugleich beendete ich mein Gespräch und probierte mit meinem Fernglas den Hirsch anzusprechen. „Der tat!“ dachte ich mir, gleich legte ich an, riss die Vergrößerung von Zielfernrohr auf 8fach zurück suchte das Blatt und lies die 300 Weatherbay fliegen.

Geblendet von dem Mündungsfeuer konnte ich den Hirsch nicht zeichnen sehen. Ich stellte meine R93 auf und suchte aufgeregt den vermutlichen  verendeten Hirsch, der dort im Feuer lag. Als ich ihn dann mit Hofer und Willi bergte, war die Freude groß, a Kronen 12.der später 162 kg auf die Waage brachte. Der Abtransport war leicht, denn nach meiner heurigen Rotwildstrecke von vier Stück, montierte ich mir auf der Ladefläche vom Pick Up eine Seilwinde und mit meiner selbst entworfenen  Rampe, war das auflegen dieses Hirsches eine Kleinigkeit. Nach Tradition gemäß wurde der Hirsch durchs Dorf und vor dem Hotel Wolf gebracht, wo ihn unser Vize RL Arno begutachtet und für Speis und Trank sorgte.

Nochmals Danke Arno für die Gastfreundschaft

 

Leider hat auch dieses Jagderlebnis einen Nachteil, jetzt muss ich wieder 6 Jahre warten, bis ich den nächsten Hirsch in Kastelruth zu  bejagen und zu erlegen darf.

 

Weidmannsheil

                                                                                  Bericht und Fotos:   Burgauner Tobias, Revier Kastelruth

 

nach oben