- Es
war Mitte Juli als mein Vater mich fragte ob ich nicht mal
Zeit hätte mit ihm anzusitzen
- um
einen Erntebock für den August auszusuchen. Ich sagte
natürlich ja und wir machten uns einen Tag für den
Abendansitz aus.
- Er
erzählte mir schon die letzten 2-3 Jahre von einem Bock den
„Bienenhüttenbock“ wo er meinte: Den lässt er stehen. Mein
Vater teilte mich also an diesen Tag für eine Kanzel ein wo
der Bock ausziehen sollte. Ein Gewitterregen zog über mich
hinweg und es dauerte nicht lange bis die ersten Stücke in
die Brachfläche aus dem Mais traten. Geiß mit 2 Kitzen, ein
Jährling und ein gut veranlagter 3 jähriger Sechser, aber
das konnte doch nicht der Bock sein den mein Vater
gemeint hat dachte ich mir noch und so ließ die Zeit an mir
vorbeistreichen und
- suchte
weiter den Waldrand und die Brachfläche mit dem Fernglas ab.
Als es schon ziemlich dämmrig wurde sah
- ich
noch einen schwarzen Fleck am Waldrand austreten und
griff sofort zu meinem Fernglas. Ansprechen war nicht mehr
drinnen aber ich sah, dass es ein gewaltiger Rehbock sein
musste.
- Als ich
dann wieder mit meinem Vater beim Auto zusammenkam fragte er
mich ob ich den etwas gesehen habe
-
und
ich erzählte ihm von meinem Anblick was ihn zu einen
schelmischen Grinsen veranlasste.
- Wir
fuhren zu ihm nach Hause wo wir noch gemütlich mit auf der
Terrasse beisammen saßen.
- Er
erzählte mir, dass er auch einen guten Anblick hatte und
fragte mich natürlich noch mal ausführlich über den
- Rehbock
den ich nicht mehr ansprechen konnte aus.
- Meiner
Beschreibung nach die ich nur sehr oberflächlich gestalten
konnte entnahm er dann nur eines…..
- „Des
is der Bock, …. dei Bock,…. host heier eh koan!“…..
Momentan hat es mir kurz die Sprache verschlagen und ich
fragte nur warum er ihn nicht selber schießen wolle immerhin
hat er jetzt 4-5 Jahre gewartet.
- Kleine
Diskussion hin und her, ich konnte es ihm ja nicht mehr
abschlagen und hatte natürlich eine riesen Freude damit.
- Vor dem
1. August ging ich noch mal am Morgenansitz und bestätigte
einen reifen kapitalen Rehbock.
- Ab
diesen Zeitpunkt ließ ich ihm seine Ruhe und fieberte den
August entgegen.
- Am
1.August dann ging es um 03.30 mit meinem Vater zum Ansitz,
wenn ich ihn schon erlegen darf sollte er auch dabei sein.
- Um
04:30 ein Schatten in der Brache die mittlerweile sehr hoch
geworden war mit einzelnen kleinen
- lichten
Flächen…… Es ist der Bock ich versuche das Gewehr
einzurichten und ihn ins Absehen zu bringen aber es war
einfach noch zu Finster und er verschwand wieder.
- Um
08:30 verlassen wir den Ansitz um es am Abend noch mal zu
versuchen. Gesagt, Getan bis 21:00 hatten wir nichts im
Anblick bis auf einmal ein Schuss im Nachbarrevier brach
(200m Luftlinie) mein Puls raste und ich dachte jetzt liegt
er. Wir konnten den Nachbarjäger in der Dämmerung beobachten
wie er ein Stück aufnahm und zum Waldrand zog, jedoch
konnten wir nicht erkennen was er hatte.
- Die
nächsten beiden Morgen- und Abendansitze verliefen auch
erfolglos und ich dachte mir, vielleicht sollte ich doch
den Nachbarjäger anrufen.
-
Mein
Vater hingegen meinte ich soll mich beruhigen wenn er schon
gefallen wäre würden wir das wissen.
- Nach
drei Tagen Morgen – und Abendansitz
wollte
ich am 4. August nicht um 03:00 aufstehen und beschloss am
Vormittag etwas Blatten zu gehen.
- Die
Kanzel bestieg ich um 09:30 ich blattete mal rein, worauf
das Handy klingelte und ein Jagdkollege mich wissen ließ,
dass er seinen Bock in der Früh erlegt hatte.
- Ich
würgte ihn mehr oder weniger ab und sagte, dass ich mich
später melden würde weil ich gerade am Ansitz bin.
- 5
Minuten später versuchte ich mein Glück noch mal und wie aus
dem nichts tritt der Bock aus dem Maisfeld.
- Ich
greife zu meiner 30.06 und wie er in einer lichten Fläche
auftaucht bricht der Schuss und lässt ihn noch einige
schwere Fluchten machen eher er zusammenbricht…. Das
Adrenalin in meinem Körper lässt es fast nicht zu, das ich
meinen Vater benachrichtige. Mit stockender Stimme
übermittle ich ihm die erfreuliche Nachricht. „Papa er
liegt“…… ich hörte noch „Waidmannsheil, kum glei“ und weg
war er.
- Nach
kurzer Zeit war mein Vater da und wir gingen gemeinsam zum
erlegten Stück…. Ein reifer kapitaler Rehbock lag vor
uns und mein Vater drückte mir ein Busserl auf die Wange und
sprach mir noch mal ein kräftiges Waidmannsheil aus.
-
Andächtig saßen wir noch eine Zeit lang beim Stück und
erledigten anschließend die rote Arbeit. Ich trommelte noch
einige Jagdkollegen und Freunde zusammen und was
anschließend bis in die späte Nacht hinein geschah brauch
ich wohl niemanden erzählen…
-
-
Waidmannsheil und Waidmannsdank!!
-
Bericht und Fotos:
Wilhelm Haller
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