|

 |
Mein Traumbock !!!
Wir haben in unserem schönen Revier das Glück, dass wir
jedes Jahr sowohl einen C –Bock als auch einen T- Bock
erlegen dürfen. Ich bin nun seit ca. 15 Jahren Jäger und
habe schon einige Böcke gesehen und erlegt, aber heuer
konnte ich einen außerordentlich guten Bock erlegen.
Schon im Juni sah ich in einer kleinen Bergwiese einen
starken Rehbock. Er war noch im Winterhaar, und sein
mächtiges Sechser-Gehörn erschien mir im Vergleich zur
dunklen Winterdecke auffällig hell. Auch im Juli konnte
ich ihn bei meinen Jagdgängen wiederholt aus nächster
Nähe beobachten. „Was für ein Anblick“, dachte ich mir
immer wieder. Als dann besagte Wiese gegen Ende Juli
gemäht wurde, verschob er seinen Einstand in den
angrenzenden lichten Bergwald. Der 1. August kam immer
näher, und ich hatte schon die Befürchtung, dass wohl
einige Jäger ebenfalls auf diesen Bock ihr Glück
versuchten. Umso erstaunter war ich, als ich alleine
meine Kreise in besagtem Revierteil zog. Am Vormittag
des 1. August sah ich zwar mehrere Rehe, auch einen
braven Einstangenbock, aber am 1. Tag schiesst man
keinen solchen, schon gar nicht wenn man es auf einen
„ganz anderen“ abgesehen hat, dachte ich mir. Am Abend
versuchte ich mein Glück erneut. Diesmal besetzten wir
zu zweit das Gebiet, in dem wir den Gesuchten
vermuteten. |
 |
|
Als gegen 8 Uhr dann ein Schuss fiel,
glaubte ich, dass nun das Schicksal des Bockes besiegelt
war. Der Knall kam nämlich aus der Richtung, wo mein
Jagdfreund Position bezogen hatte. Trotzdem harrte ich
weiter an meinem Platz und versuchte es mit meinen
ganzen Blattkünsten. Man weiß ja nie…! Aber es passierte
nichts.
Später dann an der Jagdhütte hing
tatsächlich ein Bock, den mein Jagdfreund gestreckt
hatte. Gewiß auch kein schlechter; aber ein anderer!
Leider war die Leber zu Brei geschossen, so daß wir den
Jagderfolg lediglich mit einem Stück Brot und einem
Glaserl Wein feiern konnten.
Am nächsten Tag zog ich erst gegen 11
Uhr los und versuchte wieder alles aus meinem Blatter
rauszuholen. Anlauf aber hatte ich nur von Geissen. Ich
pirschte von einem vielversprechenden Ort zum nächsten
und als meine Hoffnung schon zu schwinden begann, ging
es los! Kitzfiep, die Geiss stürmt herbei und im
Schlepptau der Bock. „Der ist es!“, dachte ich. Nach
kurzem Ansprechen durch das Zielfernrohr brach der
Schuss und lies „MEINEN“ Bock im Knall verenden.
Ich sass noch eine Weile da und freute
mich redlich über dieses einmalige Erlebnis. Erst dann
ging ich zum Gestreckten und versorgte ihn. „Was für ein
Bock“, dachte ich mir immer wieder!
Ein Traumbock eben!!! |
Weidmannsheil
Bericht und Fotos:
Christian Schwienbacher, Revier
Sexten |