| Bericht 01: Fehlschuss |
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Da wir leider bei uns meistens nicht ziemlich oft geschlossene Schneedecke haben, muss ich jede Gelegenheit nutzen um auf den Fuchs anzusitzen, sofern das Licht bzw. der Schnee passt. Vor zwei Tagen konnte ich von zu Hause aus einen Fuchs auf dem schneebedeckten Acker schnüren sehen. Ich beobachtete ihn ca. 45 Minuten auf ca. 180-200m, bevor er in einer Grünbrache verschwand. Am darauffolgenden Tag sprach ich mit meinem Jagdfreund, welcher dieses Revier betreut, um vielleicht auf diesen Fuchs zu jagen. Er stimmte meinem Vorhaben freudig zu und wünschte mir ein kräftiges Weidmannsheil. Ich bezog um 20:00 Uhr den Hochstand, welcher sich mitten in den Feldern befindet. Dort angekommen, richtete ich mich vorerst ein. Nachdem ich nur die notwendigen Fenster geöffnet hatte schlug ich eine Decke um meine Beine, damit mir die Kälte nicht so zusetzt. Das Thermometer zeigte an diesem Abend – 13 Grad. Es vergingen 10 Minuten, als ich im Senffeld unmittelbar neben dem Hochstand ein rascheln vernehmen konnte. Vorsichtig beugte ich mich nach vorne, um aus dem Fenster nach unten blicken zu können. Mit freiem Auge konnte ich einen Fuchs in der Fahrgasse des Feldes schnüren sehen – als ich jedoch meine Bockbüchsflinte in Richtung Fuchs richtete, war dieser bereits hinter den Halmen verschwunden, welche mir die Sicht verdeckten. Die nächsten Stunden gestalteten sich ähnlich – es vergingen keine 20 Minuten ohne Anblick eines Fuchses. Es schien jedoch wie verhext, denn unter 180m kam nur einer an mich heran. Dieser schnürte komplett Stich auf mich zu. Der Wind stand mir jedoch schlecht und wehte genau in Richtung Fuchs. Dies rettete ihn und er verschwand in weiten Fluchten, bevor ich einen Schuss anbringen konnte. Um 00:20 Uhr kam wiederum ein Fuchs etwas näher und saß neben einem Grenzmarkierungsstein auf einer Böschung. Ich beschloss mich auf den sitzenden Fuchs zu schießen. Da das Licht sehr schlecht war, da es etwas schneite, drehte ich den Leuchtpunkt ganz leicht auf und ließ die .243 fliegen. Ich dachte eigentlich gut abgekommen zu sein, doch der Fuchs suchte das Weite. Nachdem ich ihn auf 500m in einer Grünbrache verschwinden sehen konnte, brach ich den Ansitz ab und ging zum Anschuss. Auch dort bestätigte sich mein Fehlschuss. Insgesamt kamen mir an diesem Abend mindestens 3 verschiedene Füchse in Anblick. Ich weiß zwar, dass meistens der Schütze schuld am Fehlschuss ist, da dies aber gottseidank nicht oft vorkommt und ich eigentlich gut abgekommen bin, beschloss ich, am nächsten Tag einen Probeschuss zu machen. Ich stellte eine Zielscheibe auf 100 Schritt im Feld auf und gab einen Probeschuss ab. Er bestätigte natürlich meinen Eigenfehler – der Schuss saß genau im Mittel des 2cm Kreises – Fleck also.
Freudig blicke ich also dem heutigen Abend entgegen – ich kann ohne über die Waffe nachzudenken wieder den Hochstand beziehen um nach Reinecke Ausschau zu halten. Vielleicht ist mir Hubertus heute gnädig und ich erwisch einen.
Weidmannsheil Bericht: Manuel Blöchl |