|

Bevor
die Jagdsaison auf Rehwild ihren Anfang nahm, machte sich mein
Freund bereits des Öfteren auf den Weg ins Revier um nach
passenden Jahrlingstücken Ausschau zu halten. An einem Abend
ließ ich mich überreden, ihn bei seinem Reviergang zu begleiten.
Wir machten uns auf den Weg ins Revier und bezogen einen
Hochstand am Waldrand. Es verging nicht viel Zeit, als noch bei
gutem Licht die Äste der Bäume entlang des Waldrandes zu wackeln
anfingen.
Mein Freund erklärte mir, dass das sicher wieder das
Eichkätzchen ist, welches ihm an dieser Stelle beinahe jedes mal
in Anblick kommt. Das Wackeln in den Ästen kam immer näher, bis
man bereits Teile des Felles im dichten
Blätterdach erkennen konnte.
Mein Freund beugte sich etwas zurück, damit ich bessere Sicht
auf das ankommende Tier habe.
In freudiger Erwartung des Anblickes des Eichkätzchens auf kurze
Distanz, verharrte ich vor dem Fenster. Als sich das Tier nur
noch ca. 3m unmittelbar in gleicher Höhe des Fensters befand,
griff mein Freund plötzlich nach
seiner Kombinierten, riss die Tür des Hochstandes auf und
fuchtelte mit dem Gewehr herum. Vor der Schussabgabe hörte ich
ihn nur noch "Marder" sagen - dann brach jedoch schon der
Schuss. Man konnte einen dumpfen Ton vernehmen, als das
getroffenen Tier am Boden aufschlug.
Ich war etwas erschrocken, da ich anfangs dachte, er wolle das
Eichkätzchen erlegen.
Wir verließen den Hochstand und begaben uns zu dem neben einer
Wurzel liegenden Marder. Es handelte sich um einen Edelmarder
und zu meiner Erleichterung um kein Eichkätzchen
Weidmannsheil
Bericht und Foto: Carina Hennerbicher OÖ |