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Nachdem
zu Beginn des heurigen Winters die Marder
die ihnen vorgelegten Rosinen bereits sehr
gut angenommen haben, beschlossen wir einen
kleinen Gemeinschaftsansitz und besetzten
die unserer Meinung nach 4 sichersten
Plätze.
Bereits nach kurzer Zeit bekam war ich der
Meinung, den Schuss einer meiner Kollegen
vernommen zu haben.
Wie sich einige Stunden später
herausstellte, war dem auch so – alle 3
weiteren Jäger konnten einen Steinmarder zur
strecke bringen. Nur die von mir besetzte
Kirrung blieb vom Marder an diesem Abend
unbesucht und ich kehrte mit leeren Händen
nach Hause.
Bereits am nächsten Abend beschloss ich
jedoch, mein Glück noch einmal zu versuchen.
Am Ansitzplatz vor einem alten
Wirtschaftsgebäuden angekommen, richtete ich
mich gemütlich ein, um bei einbrechender
Dunkelheit bereits gerüstet zu sein.
Es war erst wenige Zeit vergangen, als ich
am hintersten Eck des Gebäudes eine Bewegung
vermutete - ca. 3m von den vorgelegten
Rosinen entfernt. Vorsichtig brachte ich
meine Bockbüchsflinte in Anschlag und
richtete diese langsam in
Richtung der Rosinen. Ein Blick durch das
Zielfernrohr ließ meine Hoffnung jedoch
gleich wieder schwinden – es war nichts zu
sehen – ich musst mich wohn wieder einmal
getäuscht haben.
Bevor ich jedoch meine BBF wieder abnahm,
konnte ich wieder einen Schatten am ca. 35m
entfernten Eck wahrnehmen.
Der erneute Blick durch das Zielfernrohr
ließ mein Herz diesmal höher Schlagen – ein
kleiner schlanker Wildkörper ragte kurz um
das Eck, verschwand aber immer gleich
wieder. Vorsichtig schob ich den
Spannschieber meiner BBF nach vorne.
Der Marder lief in Folge mehrmals kurz um
das Eck, verschwand aber immer wieder. Nun
hieß es abwarten.
Kurz darauf, erschien er wiederum, blieb
jedoch diesmal kurz sitzen. Nachdem ich ihn
auf diese Distanz nur breit beschießen
wollte, hielt ich den Schuss zurück. Als er
sich aufrichtete, ein Männchen machte und in
Richtung Rosinen verhoffte, nutzte ich
meine Chance und ließ die Schrote in
Richtung dem weißen Kehlfleck fliegen.
Ich konnte den beschossenen Marder in Folge
des Mündungsfeuers momentan nicht mehr
sehen.
Ich begab mich zum Anschuss und musste
feststellen, dass dort lediglich die einige
Einschläge meiner Schroten sowie einiges an
Wolle vorzufinden war. Nachdem ich den
Anschuss genauer begutachtet hatte, konnte
ich einige feine Schweißspritzer im Schnee
finden. Eine Schleifspur führte, durch
leichte Schweißspritzer gesäumt, in Richtung
dem 5m entfernten Holzstoß.
Ich umschlug den Holzstoß und stellte fest,
dass der Marder nicht ausgewechselt war.
Der Holzstoß bestand aus 4m langen Pfosten
und Latten und war entlang einer Mauer
aufgeschlichtet.
Ich durchleuchtete so ziemlich jede Spalte
des Stoßes, bis ich unter dem Stoß, genau im
hintersten Eck einen Teil des Balges
wahrnehmen konnte. Alle Versuche, den Marder
aus dem schmalen Spalt zu bekommen,
scheiterten.
Ich kontaktierte einen Jagdkollegen
telefonisch und bat diesen, ob er mich
eventuell mit seinem Hugo – einem
Rauhaardackel – unterstützen wurde. Nach
Schilderung der Geschichte machte sich mein
Kollege sofort auf den Weg und traf nach
15 Minuten bei mir ein. Vorerst waren wir
der Meinung, Huge würde uns den Marder schon
bringen – dem war aber
nicht so.
Huge lag 1m vor dem Marder und knurrte
diesen an, konnte aber sichtlich auch nicht
näher an den Marder heran.
Wir diskutierten mit einem inzwischen
weiters hinzu gekommenen Freund über die
weitere Vorgehensweise und handelten wie
folgt.
Wir holten unsere beiden Wagenheber. Hugo
war nicht gerade erfreut, dass er
einstweilen beim PKW warten musste.
Wir stellten die beiden Wagenheber unter den
Holzstoß und hoben diesen etwas an. Nach
Überprüfung der Standfestigkeit des
angehobenen Stoßes kam Hugo wieder zum
Einsatz.
Nun gelang es ihm zum Marder zu gelangen.
Dort angelangt, half auch unser langes
Bitten und Betteln nichts – Hugo ignorierte
uns komplett – er musste verständlicherweise
den verendeten Marder erst kräftig
schütteln.
Als er nach einiger Zeit den Marder aus dem
Stoß geschliffen hatte, freuten wir uns über
die erfolgreiche Bergung.
Wir ließen den Abend anschließend mit
eigenen Flachen Bier ausklingen.
Ohne Huge hätte ich wohl den gesamten Stoß
umschlichten müssen.
Weidmannsheil!
Bericht und Fotos:
Manuel Blöchl, Oberösterreich
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