| BERICHT 93: Der Hirsch von Tolg |
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Anfang September brachen ich und mein Begleiter Claudio zur Hirschjagd auf. Claudio hatte bereits seinen Hirsch erlegt, einen super Kronen Zehner. Auf diesem weg noch einmal Weidmannsheil Claudio. Wir fuhren in ein Seitental in unserem Revier. Dort war es aber so nebelig, dass man unmöglich jagen konnte. Es war überhaupt ein Regnerischer Tag gewesen und nun hatte es den Anschein es würde auftun. Aber da oben im Hochberg würde der Nebel aber sicher bis zum Abend bleiben. Wir beraten kurz und Claudio meinte, probieren wir es auf dem Tolg. Diese Örtlichkeit liegt am Anfang dieses Tales und ist der Übergang von Wald zu den Höfen. Gesagt getan, wir fuhren runter und gingen zur Auflage die auf der gegenüberliegenden Tal Seite war. Wir machten uns bereit und suchten mit dem Fernglas die andere Tal Seite ab. Nichts zu sehen. „Hier wechselt das Wild aber gerne vom Wald in die Wiesen, aber eher spät Abends“ sagte Claudio. Also machten wir es uns bequem und diskutierten ein wenig. Haben aber immer wieder nach Wild Ausschau gehalten. Plötzlich sah ich, wie aus dem dichten Wald ein Hirsch in ein kleine Lichtung austrat. Wir haben ihn durchs Spektiv beobachtet, es war ein Sechser und sehr jung. Kurz darauf trat ein weiter Hirsch aus. Schnell das Spektiv auf ihn gerichtet, es war ein Eissprossenzehner. Claudio meinte „wenn a willsch den kannsch schiassn“. Wir messen die Entfernung es war zuweit. Wir packten unsere Sachen und gingen zu einer anderen Auflage von dort sollte es gehen. Wenn sie uns nicht bemerken. Dort angekommen, waren wir beide sehr gespannt, ob sie noch da waren. Schnell das Fernglas zur Hand da war er noch. Die Auflage war super, ich visierte ihn an. Als er breit stand, spannte ich die Blaser in .308 stach ein und lies den Schuss brechen. Es hallte nur so durchs Tal. Er sprang auf, wie vom Blitz getroffen, ging aber dann langsam runter. Schnell nachgeladen, um falls notwendig noch mal einen Schuss antragen zu können. Aber da war er schon in einem Waldstreifen verschwunden. Claudio meinte: „den hosch eber gefahlt“, weil er so langsam weg zog. Der andere Hirsch flüchtete auch in den Waldstreifen, kam aber bald wieder auf der anderen Seite wieder raus. Blieb dort stehen und schaute ob ihn der andere folgte. Ich richtete die Waffe auf die Stelle ,wo er ausgetreten ist, weil der Beschossene auch dort kommen hätte müssen. Wir warteten eine Viertelstunde, er kam nicht aus dem Waldstreifen raus, der Sechser begann wieder zu äsen. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf, habe ich getroffen oder habe ich wirklich daneben geschossen. Aber wenn er nicht austrat, ist das ein guter Zeichen, sagten wir uns. Wir packten alles zusammen und machten uns auf dem weg zum Anschuß, es begann nun auch wieder zu Regen und es wurde immer bewölkter und somit auch bereits dunkel. Wir brauchten nicht lange, um auf die andere Tal Seite zu kommen. Nun nichts wie hoch zum Anschuß. Der Regen wurde immer stärker und es war sehr sehr steil und rutschig. Es war jetzt bereits dunkel und wir verloren in dem steilen Gelände die Orientierung. Es war aussichtslos etwas zu finden, geschweige den Anschuß. Wir gelangten zu einem Waalweg ,Claudio sagte jetzt sind wir viel zu Hoch, aber runter gehen wäre lebensgefährlich gewesen. Wir folgten dem Weg bis zu den Höfen. Dort holte uns ein Jagdkollege ab, den wir verständigt hatten. Wir haben den Jagdaufseher angerufen,der auch Hundeführer war, er meinte heute mache es keine Sinn mehr zu suchen. So beschlossen wir uns am nächsten Tag in der Früh zu treffen, um eine Nachsuche zu machen. Diese Nacht wollte nicht mehr enden, ich war fix und fertig und konnte nicht schlafen. In der Früh kamen mein Vater und Claudio mich abholen. Wir fuhren zum Treffpunkt und der Jagdaufseher Johann kam auch bald mit seinem Hund. Claudio sagte uns von der anderen Tal Seite den Anschuß an. Den wir in dem steilen Gelände nur sehr schwer erreichten. Dort angekommen, suchte Johann alles genau ab, er fand nichts. Er meinte schließlich auch dass ich ihn wahrscheinlich gefehlt habe. Mir ging es immer übler, habe ich wirklich gefehlt! Nun lies Johann seinen Hund suchen. Er hat nach kurzem suchen etwas gefunden und begann Laut zu geben. Er lief dann suchend rund 60 Meter runter und begann mit Totverbellen. Was für eine Erleichterung, mir viel ein solcher Stein vom Herzen Claudio hätte ihn auf der andern Seite hören können. Nun wurde aus Verzweiflung, eine Riesenfreude. Wir versorgten den Hirsch und begannen mit der Bergung. Er brachte 120kg auf die Waage. Das Wildbrett hatte zum Glück auch keinen Schaden genommen, somit war alles gut ausgegangen.
Auf diesem Weg möchte ich mich noch einmal bei meinem Begleiter Claudio, beim Johann für die Nachsuche und Bergung Bedanken. Bei meinem Vater natürlich auch, der bei der Bergung eine große Hilfe war.
Weidmannsheil!
Bericht Pircher Christian Fotos: Raffeiner Armin |