BERICHT 79: Mein erster Steinbock
Wie im Bericht 60 beschrieben, konnte der Steinbock am 03.09.2011 nicht erlegt werden.
Der nächste Angriff wurde auf den folgenden Samstag am gleichen Ort angesagt, der ebenfalls ausser eines Prachttages keinen Erfolg brachte.
Nach vier weiteren erfolglosen Versuchen im Gredetschtal nach der Hochjagd, wurde es langsam Eng. Auf keinen Fall wollte ich auf den Steinbock verzichten, aber am 22.Okt. würde die Zeit ablaufen und die ausgelosten Abschüsse würden verfallen.
Jedoch wollte ich die Niederjagd am Dienstag und Samstag nicht verpassen, den einen Rehbock hatte ich ebenfalls keinen vor die Flinte bekommen.
Jagdkollege Toni meinte ich solle doch dem Hilfswildhüter Egon anfragen ob er einen passenden Steinbock für mich wüsste.
So meldete ich mich am Sonntagabend beim Hilfswildhüter Egon Heinen. Er konnte mir von der Hochjagd her einen für mich passenden Steinbock oberhalb von Finnen bestätigen. Ob dieser jedoch noch da wäre konnte er mir nicht versichern, waren doch schon zwei Wochen wieder verstrichen.
Wir verabredeten uns für den Montagabend nach der Arbeit.
Voller Hoffnung holte ich nach der Arbeit am 17.10.2011 gegen 17.00 Uhr Egon in Lalden ab, es war Beeilung angesagt, um 19.00 Uhr war um diese Jahreszeit kein Büchsenlicht mehr.
In Finnen angekommen schmolz meine Hoffnung, flog doch unweit des Einstandes des Steinbockes ein Helikopter Stämme aus dem Wald, nach kurzem abglasen des Hanges meinte Egon dass die Zwei, Bock und junge Geiss möglicherweise weiter nach Unten gewechselt hätten, um dem krach des Helikopters zu entfliehen, also wieder ins Auto und Retour. Auf dem angesagten Platz angekommen hatten wir bald einmal Gämse im Anblick. Gegen 18.15 Uhr machte der Helikopter Pilot endlich Feierabend.
Um 18.30 Uhr trat auch das Steinwild zur Äsung aus.
Schnell musste es jetzt gehen, zurück zum Auto wieder hoch nach Finnen, die Flurstrasse im Eilmarsch, den Hang mit seinem lockeren Gesteinsmassen vereinfachte das schnelle Angehen des Wildes ebenfalls nicht. Als wir ungefähr auf der Höhe des Wildes angekommen waren, ließ mich Egon vorausgehen. Langsam und möglichst ohne Krach pirschte ich zur nächsten Felskante, nichts war zu sehen, vorsichtig überquerte ich eine Felsplatte, 30 m schräg ob mir erblickte ich zwei gleichmässige Äste die aus den
Wachholderstauden ragten, beim nächsten aufblicken fehlten diese, dass war die Geiss, durchfuhr es mich wo war der Bock, von hinten flüsterte mir Egon zu, dass der Bock links stehe, Träger und Haupt konnte ich im Zielfernrohr erblicken, zu späht die Beiden suchten ihr Heil mit zwei drei Fluchten nach oben, der Bock voran, den nächsten Stein erreichte er nicht mehr, meine Kugel hatte Ihn davon abgehalten.
Waidmannsheil meinte hinter mir Egon, dass war knapp meinte ich, zum einen wegen der Sicht, zum andern wenn die Zwei nach Unten geflüchtet wären, ich wahrscheinlich nicht mehr zum Schuss gekommen wäre.
Mit einem Jutzer  teilte ich der Umgebung meine Freude über den gelungenen Abschuss mit.
Ich hörte wie Egon dem Wildhüter Ruppen Meldung machte, Bock um 18.50 Uhr erlegt. Schnell wurden ein paar Fotos geschossen,  wieder war Eile angesagt, die Rotarbeit verrichtet, es dämmerte bereits, den Flurweg wollten wir erreichen bevor die Dunkelheit hereinbrach.
Wie mir Egon schon im voraus gesagt hatte, der Bock war gut veranlagt, wog ausgenommen 30 Kg, das Schwert links mass 32 cm, das Rechte 30 cm die Auslage konnten 25 cm gemessen werden.
Glücklich, nach einigen Pirschgängen und sechs Kilo weniger an mir, endlich den langersehnten Jagderfolg feiern zu können, kehrten wir ins Rest. Egga um mit der Hausspezialität, einer Käseschnitte und einem Glas Wein , das Erlebte nochmals Revue passieren zu lassen.
So ist nun einmal die Jagd, da läuft man sich die Füsse halb wund und anderseits geht's dann fast von selbst
 
Nochmals ein Waidmannsdank an alle Jagdkollegen die mich auf den Pirschgängen begleitet haben.
 
Ebenfalls dem Egon Waidmannsdank für die erfolgreiche Führung. 

 

                                                                                                                           Bericht und Fotos: Kari Schmid (CH)

                                                                                                                             

 

 

 

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