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Nach
2 Jahren Pause war mein Vater heuer
wieder auf den Trophäenhirsch
zugeteilt und so waren wir bereits
einige Male im Revier unterwegs um
Ausschau nach einem passenden
Hirschen zu halten. Wir hatten meist
reichlich Anblick, ein passender
Hirsch war aber nie dabei oder es
war unmöglich an den Hirsch
heranzukommen. So waren wir für
Samstag, 24. September Nachmittag
mit unserem Jagdkollegen Herbert
verabredet, der heuer bereits seinen
Hirsch erlegt hatte, um gemeinsam
ein hoffentlich erfolgreiches
Jagdwochenende auf einer Hirtenhütte
in „Gadria“ zu verbringen. Wir
starteten gegen 15.30 Uhr und kamen
gegen 16.30 Uhr auf der Hütte an,
zuerst verstauten wir unseren
Proviant und unsere Schlafsäcke und
dann griffen wir sofort zu unseren
Ferngläsern. Die Brunft war bereits
voll im Gange und man konnte mehrere
Hirsche bestätigen, jedoch ließ sich
vorerst keiner blicken. Nach kurzer
Zeit sahen wir einige Stücke
Kahlwild an dem Ort austreten, den
wir uns eigentlich für Sonntagmorgen
gedacht hatten, denn dort ziehen die
Hirsche in der Früh meistens zurück
in ihre Einstände und somit
rechneten wir uns doch einiges aus.
Alle drei waren wir etwas
überrascht, berieten uns kurz und
waren alle der gleichen Meinung: Wo
jetzt Kahlwild steht, kann der
Hirsch nicht weit sein. Wir packten
das nötigste zusammen und pirschten
eine knappe halbe Stunde weiter und
legten uns oberhalb eines Felsens
nieder und suchten das unter uns
liegende Gebiet nach dem Kahlwild
ab. Da die Luft noch Bergwärts zog
befanden wir uns in einer guten
Position. Unweit von uns hörten wir
ständig einen Hirsch röhren, so nahe
das man ihn hinter jedem Baum
vermutete. Da die Luft wie bereits
gesagt Bergwärts zog, konnte man den
Hirsch je nach Wind sogar riechen.
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen
wie heftig das Jagdfieber in uns
war. Immer und immer wieder röhrte
der Hirsch und es war kaum zu
glauben dass wir ihn nie zu Gesicht
bekamen. Nach einer guten Stunde zog
plötzlich ein Stück Kahlwild über
eine kleine Schneise, dicht dahinter
sahen wir den Hirsch. Da aber alles
so schnell ging hatte mein Vater
keine Möglichkeit einen Schuss
abzugeben. Jetzt wussten wir
wenigsten wo der Hirsch sich befand
und so ließen wir die kleine
Baumgruppe in der sich die 2 Stücke
befanden nicht mehr aus den Augen.
Es wird wohl gute 10 Minuten
gedauert haben, die die Stücke in
dem Jungwuchs verbrachten, der
Hirsch röhrte ständig und es war ein
traumhaftes Erlebnis, den Hirsch aus
nächster Nähe zu hören und zu
beobachten. Zwischenzeitlich hatten
wir alles besprochen, sollte das
Tier an der erhofften Stelle aus dem
Jungwuchs austreten, so wird der
Hirsch nicht lange auf sich warten
lassen. Und wie aus dem Nichts stand
das Tier plötzlich in einer kleinen
Lichtung und dahinter kam der
Hirsch, das Tier war bereits wieder
im Jungwuchs verschwunden, als auch
der Hirsch wider abdrehen wollte: in
dem Moment brach der Schuss, der
Hirsch zeichnete und verschwand
wider im Jungwuchs. Getroffen hatte
mein Vater, aber da der Hirsch
bereits leicht im Weiterziehen war,
vermuteten wir keinen guten Schuss.
Nach wenigen Minuten packten wir
unser Zeug zusammen und pirschten
langsam Richtung Anschuss. Als wir
nur mehr wenige Meter entfernt
waren, |
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hörte man
plötzlich einige Äste brechen, was nichts
Gutes vermuten ließ. Keine 5 Meter weiter
stand wie aus dem Nichtsder Hirsch knappe 30
Meter vor uns. Schnell brachte mein Vater
das Gewehr in Anschlag und konnte so den
Fangschuss abgeben, welcher den Hirsch
verenden ließ. Mit großer Erleichterung
näherten wir uns dem Hirsch, dort angekommen
wechselte die Anspannung in Freude, denn es
lag ein recht stattlicher 10 Ender vor uns.
Nach einem herzlichen Weidmannsheil
begutachteten wir den Hirsch genauer. Der
erste Schuss saß wie vermutete etwas weit
hinten - der Hirsch wäre aber sicherlich
bald verendet, hätten wir die normale
viertel Stunde abgewartet ehe wir zum
Anschuss gingen. Nach der roten Arbeit
kehrten wir glücklich zurück zur Hütte,
stärkten uns dort mit einer guten Marende
und einem guten Bier und legten uns dann
müde ins Bett. Am nächsten Morgen kamen dann
zwei weitere Kollegen um uns bei der Bergung
zu helfen, welche wir mit vereinten Kräften
bald geschafft hatten. Anschließend brachten
wir den Hirsch in die Kühlzelle und ließen
den Tag gemütlich bei einigen Bierchen
ausklingen.
Auf diesem
Wege noch einmal ein herzliches Vergelt`s
Gott an unsere Helfer und meinem Vater ein
herzliches Weidmannsheil.
Bericht und Fotos:
Martin Höllrigl - Revier Schlanders
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