BERICHT 44: Gamsjahrlingabschuss, gewonnen bei den Jagderzählungen 2010

An einem Freitag im August hatte ich mich mit dem Revierleiter vom Jaufental bereits am frühen Morgen auf einen Pirschgang verabredet. Grund dafür war der Gamsjahrling – Abschuss vom Südtiroler Jagdportal, welchen ich im letzten Jahr bei den Jagderzählungen gewonnen hatte. Mit dabei war die Elisabeth und pünktlich um 5.30 Uhr standen wir vor dem Haus des Revierleiters Walter. Kurze Begrüßung, ausstellen der obligatorischen Tageskarte und dann Aufbruch ins Revier. Mit dabei war auch der Jäger Christian. Eine Stunde Aufstieg und wir befanden uns in einem Kessel mitten im Tal, aus welchem wir nun die umliegenden Hänge abglasten. Immer wieder tauchten Gämsen auf und gegen 9.00 Uhr hatten wir bereits 28 dieser eleganten Kletterer ansprechen können. Leider, zu unser aller Verwunderung, war kein Jahrling dabei. Erst mal Holbmittog und dann ging es auf zum Gipfel. Morgens war es kalt, zu Mittag heiß und am Abend fing es auch noch zu regnen an. Die Runde die wir aber im Revier gemacht hatten war nicht nur anstrengend, sondern traumhaft schön. Am Abend verabschiedeten wir uns dann von Christian und ließen den Walter zurück zu seinen neugeborenen Zwillingen. Zeitgleich, also das selbe Wochenende, versuchte der Kari Schmitt sein Glück im Pfossental. Am Samstag ereilte mich dann die Nachricht er habe Jagdglück gehabt und telefonisch wünschte ich ihm noch ein Weidmannsheil. Sonntag Morgen und ich stand wieder pünktlich am Eingang des Jaufentals. Diesmal in Begleitung von Herbert unserem Jungjäger. Eine ganze Gruppe Jäger erwartete uns bereits und dann ging die Fahrt hinauf bis zum „Penserjoch“ wo wir einem Grad entlang ins Revier einstiegen. Traumhafte Kulisse, schönes Wetter und nette Leute. Auf einem Felsen, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere, machten wir Rast und hielten Ausschau nach Gämsen. Wir konnten riesige Flächen und Täler überblicken und an Anblick fehlte es keineswegs. Nur keine Jahrlinge! Walter, der Revierleiter blieb gelassen. Immer wieder fand er eine neue Gämse welche wir dann aufgeregt ins Spektiv nahmen und versuchten anzusprechen. In der Zwischenzeit beobachteten Herbert und ich die Murmeltiere, welche in der ersten Morgensonne faul auf ihrer Schwarte lagen. Um 9.00 Uhr machten wir Brotzeit und etwas Jägerlatein war natürlich auch mit dabei. Ich war als erster fertig und schlich mich wieder an den Vorsprung um nach Gämsen Ausschau zu halten. Ich suchte die Kanten ab, in der Hoffnung, dass vielleicht von hinten irgendwo ein Rudel Gämsen aufsteigen würde und: da waren sie. Erst einer dann zwei und dann auch noch ein dritter. Ein Blick durch den Auszieher und ich schlug Alarm. Endlich waren sie da unsere Jahrlinge die wir jagen wollten. Walter beriet sich noch kurz mit den anderen Jägern und dann brachen wir auf. Das Rudel befand sich nämlich außer Schussweite und jetzt mussten wir sie erst mal angehen. Gar nicht mal so einfach in dem Gelände. Aber durch die super Führung von Walter standen wir eine halbe Stunde später nur noch ein paar hundert Meter vom Rudel entfernt. Dann ging alles relativ schnell. Walter hatte mir einen ausgesucht der passen würde und ich machte mir eine Auflage zurecht. Es kam bereits wieder Bewegung in die Gämsen, welche bis dahin ruhig ästen oder sich nieder getan hatten. Steil nach unten trug ich nun dem Schwächsten in der Gruppe den Schuss an. Wenig später standen wir am erlegten Jahrling und erfreuten uns an dem gelungenen Abschuss. Professionell und sehr weidmännisch wurden dann

dem Erleger und Begleiter- Brüche überreicht und ein Foto fürs Album geschossen. Dann kam der schwierigere Teil des Tages. Der Abstieg!! 2,5 Stunden ging es steil nach unten. Der Gams im Rucksack drückte ganz schön auf die Füße und im Tal angekommen war nicht nur ich, sondern alle froh endlich den Abstieg hinter uns zu haben.

Bei einem Kuchen und einem Bierchen beim Revierleiter Walter und seiner Familie ließen wir alles

 noch mal Revue passieren bevor wir die Heimfahrt angingen. Es war ein traumhaftes Wochenende und eine super Erfahrung, in solch einem schönen Revier wie dem Jaufental zu jagen. Dem Revierleiter und seiner Mannschaft nochmals ein herzliches Vergelt's Gott dafür. Auch dem Südtiroler Jagdportal für den Abschuss nochmals ein Dankeschön.

 

Weidmannsheil

 

                                                                                                                             Bericht und Fotos: Lindner Christian Montan

 

 

 

 

 

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