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Bereits
Anfang Juli habe ich mit meinem
Sohnemann im Hochwald einen
Bodensitz errichtet so eine Art
Schirm. Dort hielt sich in der Regel
das Wild gerne auf, bevor es in
Wiesen und Lichtungen einwechselt,
oder morgens wieder die Einstände
aufsucht. Auch in der Blattzeit
steht da gerne der Bock mit der Geiß
oder sucht nach ihr. Tobias der
kleine Jäger konnte es nun schon
nicht mehr erwarten mich am 1.
August zu begleiten. Jeden Tag
fragte er nach wie lange es noch
dauern würde und wie oft er noch zu
Bett müsse, bis es endlich los
ginge. Der Tag nahte und auch ich
spürte die Aufregung. Als es dann
soweit war weckte ich den Jungen um
4 Uhr morgens und wir brachen auf
ins Revier. Der Rucksack war voll
gefüllt mit Broten und leckeren
Sachen denn wir hatten ja vor länger
zu bleiben. Tobias hatte noch nicht
so richtig seinen Allerwärtesten auf
das Brett am Sitz gepflanzt, als er
bereits wieder schnarchte. Es war
noch dunkel und ich ließ ihn an
meine Seite kuscheln bis es so
richtig hell wurde. Leider hatten
wir keinen Anblick und auch das
„Fiepen“ brachte keinen Erfolg. Kurz
vor Mittag wechselten wir die
Örtlichkeit und versuchten erneut
unser Glück mit dem Mundblatter im
hohen Wald. Bereits nach einigen
Tönen sprang ein Bock auf uns zu.
Bis auf 5 Meter näherte sich der
Sechser und dem kleinen Mann vor mir
war nicht mehr ganz geheuer. Immer
stärker drückte sich Tobias an mich
und seine Augen wurden immer größer.
Leider war es nur ein junger Bock
und wir ließen ihn ziehen.
Am
Abend viel Tobias todmüde ins Bett
und ich zog alleine los. Doch außer
ein paar Gämsen bekam ich keinen
Anblick. Am nächsten Morgen
versuchte ich mein Glück erst mal in
einer kleinen Waldwiese. Ich wollte
im dunklen den Baumsitz beziehen als
ich bereits das eifrige Treiben
zweier Rehe vernahm. Langsam schlich
ich mich an den Wiesenrand und blieb
an einem Baum stehen. Es war bereits
Schusszeit als Geiß und Bock immer
wieder nur einige Meter vor mir über
die Wiese fegten. Der Leuchtpunkt in
meinem Absehen war an, und ab und zu
fuhr ich sogar mit. Das schießen
hätte leicht funktioniert aber ich
konnte immer noch nicht erkennen um
welchen Bock es sich hantelte. Als
es dann dämmerte waren beide im Wald
verschwunden und ich schmiedete
bereits Pläne wie ich ihnen
nachstellen könnte. Als es hell
wurde schulterte ich den Rucksack
und wollte aufbrechen. Zuerst
versuchte ich aber noch den Klageruf
des Kitzes nachzuahmen. Nur Sekunden
später stand die Ricke mitten in der
hellen Wiese und der brave Bock
dahinter. Guter Sechser und auch das
Alter dürfte passen. Kurz darauf
riss die Kugel den Bock zu Boden.
„Tut mir leid“, sagte ich noch leise
zu der Geiß, welche am Wiesenrand
stehen blieb, „du musst dir nun
einen andern Liebhaber suchen“ bevor
ich meine Beute in Besitz nahm.
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