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Letzten
September war ich bereits zum zweiten Mal
vom Walter zur Jagd nach Südtirol eingeladen
worden. Deshalb hab ich mich mit meinem
Revierleiter Hans abgesprochen wie es den
wäre eine Gegeneinladung zu organisieren,
Hans und dessen Bruder Willi waren sofort
einverstanden und so stand einer
Jagdeinladung nicht mehr im Wege.
Schnell war ein passender
Termin gefunden, auch Walter war begeistert
von meinem Vorhaben. Ein Gedanke ließ mich
aber nicht los, wenn würde Walter zur Jagd
mitnehmen?
Allein würde er die Reise
bestimmt nicht antreten, und ich hatte dann
auch eine Vermutung mit der ich dann auch
richtig lag. Etwa drei Wochen vor dem
Jagdtermin schrieb mich Walter an er würde
den Lindner Christian zum Jagen nach
Oberösterreich mitnehmen und ob es möglich
sei das er auf Fuchs oder Schmalreh jagen
könnte. Nachdem ich mit Hans Rücksprache
gehalten hatte meinte der das wir auch für
Christian einen passenden Bock finden
würden.
So stand dem Treffen mit den
zwei Südtirolern nichts mehr im Wege. Am
zweiten Juliwochenende war es dann soweit
als Walter und Christian am Freitag gegen
14:00 Uhr bei mir zu Hause eintrafen.
Wie
Christian schon berichtete gab es als
Begrüßungstrunk für die Beiden nur Wasser um
die Konzentration für einen sicheren
Büchsenschuss beim abendlichen Ansitz nicht
zu beeinträchtigen. Den Verlauf des
Nachmittags hat ja Christian in seiner
Erzählung bereits erwähnt. Der abendliche
Pirschgang begann für Walter und mich so
gegen 18:15 und führte uns zu einer neu
aufgestellten Kanzel an einer wuchtigen
Eiche. Christian und Willi machten sich auf
den Weg zur Jagdhütte um dort ihr Glück zu
versuchen.
Mit einem etwas mulmigen
Gefühl baumte ich auf, aber trotzdem in der
Hoffnung das der Bock den ich jetzt drei
Tage nicht in Anblick hatte heute wenn
Besuch da ist ausziehen würde.
In der Kanzel eingerichtet
war Walter die Ruhe selbst nur ich strich
mir immer wieder nervös und unruhig über
meinen Bart aber irgend wie doch mit dem
Gefühl das es heute beim ersten Pirschgang
passen würde.
Beim
linken Kanzelfenster hinaus schauend sahen
wir gegen halb acht eine Altgais den steilen
Hang hinauf äsend die sonst immer an der
Vorderseite der Kanzel auftauchte. Franz auf
dessen Grund wir zur Jagd waren hatte ich
gebeten einen Teil der Wiese erst nach
unserem Jagdwochenende zu mähen um Äsung für
den vermeintlichen Bock zu haben, ihm ein
Dankeschön für sein Verständnis.
Hinter einer Reihe von
Obstbäumen zu unserer rechten Seite die
teilweise mit Sträuchern verwachsen waren
befand sich eine Viehweide und wie sollte es
anders sein war auch das Weidevieh in diesem
Bereich. Walter und ich unterhielten uns
über dieses und jenes während die Rinder in
einen anderen Teil der Weide zogen und in
mir wieder Optimismus wuchs.
Seine 6,5 x 68 hatte Walter
auf einer Auflage aus Reissäckchen
bereitgelegt um im Falle das uns der Bock
den Gefallen tut und auszieht gerüstet zu
sein. Die Altgais auf der linken Seite war
mittlerweile wieder eingezogen und wir
konzentrierten uns jetzt auf das vordere
Kanzelfenster. Um etwa 20 Minuten nach Acht
stand er plötzlich wie aus dem Nichts da,
auf ca. 80m Entfernung machte er sich über
das noch stehen gelassene Grün her. Ich
stupste Walter leicht mit meinen Ellbogen an
und sagte ihm „der isch es“. Meine
Nervosität ihn nicht zu kriegen wandelte
sich augenblicklich in Jagdfieber, mehr als
ich jemals hatte wenn ich selbst an der
Büchse saß. Gelassen nahm Walter die Büchse
und den Bock ins Absehen während ich das
ganze Geschehen durch mein Glas beobachtete.
Die 6,5 x 68 tat ihre Arbeit
und der Bock verendete am Anschuss, ich
freute mich mit Walter und wünschte ihm ein
von Herzen kommendes WAIDMANN´S HEIL.
Ich war erleichtert, der Walter glücklich, das alles
beim ersten Pirschgang so reibungslos
abgelaufen ist.
Umgehend haben wir
Revierleiter Hans per Handy über unseren
Erfolg in Kenntnis gesetzt. Jetzt hielt uns
nichts mehr auf der Kanzel, wir packten
unsere Rucksäcke und Büchsen, baumten ab und
begaben uns zum Anschuss um den Bock in
Besitz zu nehmen. Der letzte Bissen und die
Beutebrüche für uns beide kamen von jener
Eiche von der aus Walter den Bock erlegt
hatte.
Zwischenzeitlich
war auch Revierleiter Hans und dessen
Tochter Regina - ebenfalls Jägerin –
eingetroffen um uns ein freudiges Waidmann´s
Heil zu wünschen.
Nach der roten Arbeit waren
wir wieder froh am Hof von Hans zu sein den
die Hitze in der Kanzel hat uns beide
ziemlich ausgetrocknet. Beim Todtrinken und
einer hervorragenden Marende vor dem
gemütlichen Teil des Abends kamen wir wieder
zu Kräften.
Willi und Christian hatten
bei ihrem ersten Pirschgang kein Glück
freuten sich aber dennoch mit uns. Das
anschließende Beisammen sein mit unseren
Familien dauerte dann etwas länger als ich
es gewohnt war. Das Aufstehen am Morgen fiel
dann so manchen etwas schwer weshalb das
Frühstück von vornherein etwas später
geplant war.
Um neun Uhr saßen aber alle
wieder gut gelaunt bei Tisch um ein
reichhaltiges Frühstück zu genießen. An
dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an
unsere Frauen die uns alle Wünsche von den
Augen abgelesen und verwöhnt haben.
Mittags stärken wir uns
wieder bei einem reichhaltigen Menü im
Gasthaus Derfler wo wir ein paar gemütliche
Stunden mit Erzählungen vom Tag vorher verbrachten.
Gut gelaunt trafen wir uns
abends zum nächsten Pirschgang um auch
Christian zum Erfolg zu bringen. Willi und
Hans hatten dafür einen passenden Ansitz in
einer sehr steilen Wiese ausgesucht in dem
ein vielversprechender Bock wechselte.
Walter und ich machten uns ebenfalls auf den
Weg, ganz zwanglos bezogen wir einen
geschlossenen Bodensitz von dem aus ich den
ersten Jungfuchs im heurigen Jahr erlegte.
Unsere Aufgabe war es einen ungeraden
Sechser zu bestätigen auf den sie Sonntag
früh jagen wollten, sollte es an diesem Abend
nicht klappen. Gegen 20:45 Uhr vernahm
Walter einen dumpfen Büchsenknall den ich überhört
hatte und wir machten uns auf den Weg zum
Hof. Dort angekommen wurde uns der Abschuss
bestätigt.
Während wir auf Willi und Christian
warteten die auch die rote Arbeit am
Anschuss erledigten genehmigten Walter und
ich ein Bierchen.
Wer
die „Linde“ kennt, weiß mit welch einem Smiley im Gesicht er zurückkam,
seine Schreien vernahmen wir schon während
er noch 50 Meter vom Hof entfernt zu uns
kam, auch Willi
war erleichtert und froh, dass es geklappt
hat.
Ein herzliches Waidmann´s Heil von uns
allen war natürlich selbstverständlich und
so stand der anschließenden Grillparty nicht
mehr im Wege.
Ich bin überzeugt das auch an
diesem Abend keiner hungrig oder durstig den
Tisch verlassen hat, weil auch dieser Abend
wieder bis zum frühen Morgen dauerte.
Beim Frühstück am Vormittag
kamen alle wieder zu Kräften weil´s diesmal
wirklich nur Orangensaft und Wasser gab, der
Walter musste ja schließlich den Lindemann
gut nach Hause bringen.
Nachdem sich Walter und Christian am
Frühstückstisch gestärkt und das Gepäck
verstaut hatten gab es eine ganz herzliche
und emotionale Verabschiedung.
Ich hoffe sie nehmen
bleibende Eindrücke mit nach Südtirol, ich
jedenfalls hab mich gefreut das dieses
Treffen mit Walter und Christian ein wie ich
glaube Erfolg geworden ist und noch dazu
beide ein Waidmann´s Heil hatten.
Möchte auf diesem Weg auch
noch einmal dem Hans und Willi für die
kostenlose Übernachtungsmöglichkeit, der
gesamte Verpflegung samt Grillspezialitäten und
Pirschführung ein herzliches Waidmann´s Dank
aussprechen.
SIEHE
DAS FOTOARCHIV
Waidmann´s
Heil
Bericht
und Fotos: Hermann Großalber
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