BERICHT 31: Hermann's Jagdeinladung nach Oberösterreich

Liebe Leser, um für etwas Abwechslung zu sorgen gibt es dieses mal eine etwas andere Erzählung wie wir sie gewohnt sind, aber ich hoffe sie gefällt euch trotzdem.

 

Der Walter hatte einen Trophäenbockabschuss-Gutschein vom Hermann bekommen. Alleine wollt er nicht fahren. Die Linde fragen kostet nichts, er hat immer Zeit. Ich wollte aber auch jagen. Was tun? Hermann fragen: "bitten um weiteren Abschuss"! Genehmigt!! Walter glücklich, Linde auch! Start erst um acht Uhr. Fahrer Walter,  Beifahrer ich. Sonst keiner im Wagen. Trauer im Auto, unsere Teamkollegin Roswitha fehlt uns, nicht mitgefahren.

Erste Station „Puch bei Hallein „(Salzburg). Schwester wird besucht. Ich navigiere, Naviagtion im Auto ausgeschalten: Ganz schlimm! Wie blind herumfahren. Ich brauche bereits Beruhigungspillen -Walter noch immer ruhig. Wird schon schief gehen. Im Hotel herzliche Umarmung, mein Schwager leistet Gesellschaft. Würstl mit Speck und Käse, Bier natürlich auch. Um 12 Uhr Weitrfahrt. Hermann wartet schon ungeduldig. Ich ruhig, Walter auch. Endlich sind wir da. Nette Begrüßung, Handdruck und Küsschen. Erstmal Wasser und a bissl  sitzen. Lagebesprechung!. Der Jagdchef und sein Bruder treffen ein. Bruder ist auch Jäger. Also zusammen 5 Jäger. An einen Tisch versteht sich. Jetzt Seidl Bier.  Nie gehört. Zum Glück nichts großes. Dann Aufbruch zu unserer Schlafstette. Am Hof Begrüßungstrunk......Geil. Aussicht gut. Hof groß (85ha), sauber und schön. Zimmer gemütlich. Grill steht schon. Keller voll Bier und Schilcher Wein. Habe ich auch noch nie gehört. Dem Walter schmeckt er!! Mittagessen in der Wirtschaft bei Hermanns Frau. Bin skeptisch. Können die Öberöstereicher kochen!? Positive Überraschung. Öberöstereicher kochen phantastisch! Wieder Lagebesprechung und Jagdeinteilung. Erstes Problem, Hermann ist nervös. Walters Bock schon 3 Tage nicht mehr gesehen. Walter immer noch ruhig. Wieder hoch zu Bauernhaus. Mitten im Revier. Lagebesrechung Nr. drei. Kühles Bierchen unter Laube. Jetzt Aufbruchstimmung. Walter mit Hermann. Willi und ich. Walters neue Kanzel wurde vom Hermann neu gebaut . Ich Kanzel im Jagdhaus. Super, super schön!! Im Keller steht Bier. Nicht lange. Rehe keine. Bittere Zeiten. Endlich ein Bock. Dreier Bock. Zu jung. Es dämmert. Letztes Bier, dann ab zu Hof.

 

Am Hof angekommen erfasst das Licht von unserem Geländewagen den Kirschbaum,  unter dem sich schon so einige auf dem großen Tisch eingefunden hatten. Und zu unserer Überraschung hängt am Baum ein  Bock. Beim genaueren hinschauen wird er immer größer. Walter strahlt übers ganze Gesicht, ist schon leicht angeschlagen. Der Bock ist ausnahmst stark und ich wünsche dem Walter natürlich ein Weidmannsheil mit einem kräftigen Händedruck und einer Umarmung. Der Abend ist gerettet und die lange Reise hat sich gelohnt. Hermann ist nicht wieder zu erkennen, er war wieder ruhig und konnte endlich aufatmen. Vom Hans dem Jagdherrn hat sich die ganze Familie versammelt und immer wieder fuhr irgendein Auto auf dem Bauernhof vor und gesellte sich zu uns. Jetzt stillten wir unseren Durst erstmal mit Bier. Außer der Schütze, dem schien der „Schilcher“ zu munden. Es war bereits Mitternacht und der Paparazzi „Hermann“ erfüllte den Platz unter der Sonnenmarkise immer noch mit Blitzlicht. Es war eine traumhafte Atmosphäre. Gegen 2 Uhr Morgens verzogen sich die ersten und suchten die Betten auf. Der harte Kern nahm aber noch ein Schnäpschen im Heizungsraum zu sich. Erst jetzt merkte ich wie gut der leichte Rotwein (Schilcher) dem Walter schmeckt. Ich habe den Walter noch nie so gesehen. Wir haben uns bis um halb 4 Uhr Morgens tot gelacht. Walter erzählte aber ich verstand seine Sprache nicht.  Dann aber war Schluss. Willi und ich haben uns nämlich für 4 Uhr wieder verabredet. Seine Worte waren:“ kumm, leg dich eine holbe Stundn aufs Ohr und donn startmer“. Das habe ich dann auch gemacht. Kurz nach vier stand ich startklar im Innenhof, vom Willi keine Spur. Um halb fünf suche ich wieder die Federn auf. Frühstück war auf 9 Uhr angesagt Weckruf vom Hans, um halb neun schoss er mit seiner Flinten ordnungsgemäß einige Erhebend euch Schüsse, so dass es uns förmlich aus den Federn riß. Alle trafen pünktlich wieder unter der Markise im Innenhof ein und die Chefin hat ein Bauernfrühstück vorbereitet wie man es in den besten Hotels nicht vor findet. Wir ließen es uns nicht nehmen nach dem Frühstück in der angenehmen Morgenluft die nach frischen Heu roch ein kühles Bierchen zu trinken. Was nun!?  Der Hermann hatte sich vorgenommen mit dem Walter im Revier herum zu laufen und der Willi und ich gingen ein Stück spazieren. Mit dabei natürlich meine Frau Merkel. Mann weiß ja nie. Zu Mittag haben wir noch kurz eine Kanzel mitten im Revier bezogen und siehe da, pünktlich als die Sirenen erhellten, zogen auch schon die ersten Rehe aus. Leider nur kurz und kein passendes Stück dabei.

Um 14 Uhr gings wieder in die Wirtschaft. Der Hermann hatte nämlich am Tage zuvor hinter unserem Rücken die Rechnung dort beglichen und wir wollten das nicht auf uns sitzen lassen. Schließlich waren wir ja die Gäste und so haben wir uns revanchiert mit einem weiteren sehr schmackhaften Mittagessen. Jede Menge Jägerlatein am Mittagstisch und so ließen wir es uns wieder schmecken.

Die vielen Lagebesprechungen die an dem Tage geführt wurden und die ganze Aufmerksamkeit galt nun dem Unterlandler Jäger, ja meiner Wenigkeit. Wo ansitzen.!? Wo steht der Bock sicher !? Ich muss schon sagen es war sehr vor bildhaft und nett wie sich alle bemüht haben, um auch noch mich zum Abschuss zu führen. Sogar der Hermann hat sich mit dem Walter abends nochmals die Zeit genommen auf Ansitz zu gehen um einen passenden Bock für mich ausfindig zu machen. Hans hatte dann kurz vor Abend nochmals all unsere geschmiedeten Pläne auf den Kopf gestellt und sagte, wir sollen doch die Kanzel kurz unter der Hofstelle beziehen. Dort zirkuliert nämlich ein sehr starker, reifer Bock und wenn der dort ausziehen würde hätte ich in frei. Gesagt getan und bereits um 19 Uhr saßen der Willi und ich gemütlich auf unseren Allerwärtesten und glasten die fernen Hügel ab. Dort schauten wir den Bauern zu wie sie mit Ihren rießen großen Maschinen das Heu einbrachten und pressten. Traumhafte Gegend. Saftige Wiesen, Weiden, einzelne Äcker, dann wieder ein Waldstreifen und mitten im grünen rießen große Bauernhäuser. Dann das erste Reh. Die Sonne stand noch hoch als eine Ricke durch das Loch zog in das wir schauten. Das Loch war vielmehr eine Wiese mit sattem Grün unterhalb von uns. Nach unten, nach rechts und nach links super Einstände. Im gegenüber liegendem Hang eine Weide unterzogen mit Waldbäumen und dann wieder Wiesen. Schon bald traten überall Rehe aus. Unsere ganze Aufmerksamkeit galt aber der Wiese unter uns. Dann wurde es ernst. Eine Rehgeiß trat aus und ein Bock zog hinterher. Es war ein Junger Gabelbock. Typisch für dieses Revier die dunkle Stangenfärbung. Der junge Bock hatte auch einen guten Ansatz und war stark geperlt. Jetzt zieht auch die Geiß von vorhin wieder in die Wiese. Wir erkennen zwar das Gesäuge aber Kitz zieht keines hinterher. Wahrscheinlich liegt es irgendwo und auch der junge Bock macht es sich im Futter gemütlich und legt sich hin. Ich merkte an das es mir nichts ausmachen würde auch diesen Bock zu erlegen. Hans aber meinte den kriegen wir evt. auch noch morgen früh und so warteten wir geduldig weiter. Rechts im Hochwald vom Nachbarrevier auf ca. 270 Meter sah ich plötzlich eine Bewegung. Mit dem Fernglas kontrollierte ich nun die Stelle und ja da stand ein Reh. Ganz verdeckt und immer an der selben Stelle zupfte es im Unterholz an den Blättern der Stauden. Lange versuchte wir es anzusprechen bis es schließlich hinter den Bäumen verschwand. Es war bereits kurz vor 21,30 Uhr als das Reh beim Nachbar auszog und in unsere Richtung äste. Schnell war klar es war der besagte Bock. 15 Min später durchzog der Bock den kleinen mit Büschen verwachsenen Graben der Reviergrenze und zog im letzten Licht in die saftige Wiese unter uns ein. Ich hätte Ihn mir nicht so lange und genau ansehen sollen. Ich wusste das ein ausnahm starker Bock jetzt da unten stehen würde, den ich auch noch zum Abschuss frei hatte. Mein Puls raste und ich würde lügen wenn ich jetzt schreiben würde ich war nicht aufgeregt. Langsam legte ich meine Merkel zurecht. Die Auflage gefiel mir aber nicht so gut. Steil nach unten, 180m und hinten nichts zum unterlegen. Zudem war ich vorne viel zu hoch. Egal das muss jetzt passen. Spannen, richtig durch atmen, den Punkt aufs Blatt und schon fliegt die 270 WIN . Der Bock stand leicht versetzt und so durchschlug die Kugel den Trägeransatz, verließ den Wildkörper durchs Schulterblatt und riss den Bock augenblicklich zu Boden. Willi mein Begleiter klopfte mir mit einen Weidmannsheil auf die Schulter. Der erst Blick beim Bock galt natürlich seinem Kopfschmuck der jetzt noch imposanter als im Fernglas zur Geltung kam.“ Mamma mia was habt Ihr für Böcke Willi“ sagte ich noch bevor ich vor Freude den Begleiter in die Luft hob und vor Freude drückte. Die Bergung war relativ mühelos. An der Hofstelle hatten alle den Schuss gehört und warteten nun am Grillfeuer auf die Jäger. Ihr könnt euch vorstellen wie man sich als glücklicher Erleger solch eines starken Bockes fühlt, wenn so eine Menschenmenge auf dein Erscheinen wartet. Traumhaft! Streckelegung, Bilder, Händeruck und dann wieder ein Küsschen. Ja ich ließ es mir nicht nehmen mich als erfolgreicher Jäger feiern zu lasse. Nach dem Grillen haben der Walter und ich uns erst mal so richtig bei allen mitwirkenden mit einer kleinen Rede bedankt. Dann gab es Schnaps und der Hans hat nun auch den Bock vom Walter zu meinem gelegt und wir haben beide Böcke so richtig tot getrunken. Ganz spät in der Nacht kam dann Wind auf. Auch der konnte uns nicht mehr aufhalten :-) Schnell war wieder der Heizraum bezogen worden . Halb neun Morgen war Frühstück angesagt und alle trafen wieder pünktlich ein. Nach den Frühstück, einer herzhaften Umarmung haben wir uns dann verabschiedet und fix und fertig aber, sehr sehr glücklich die Heimreise angetreten.

Die Familiäre Atmosphäre, die nette Gesellschaft sowie die Gastfreundschaft welche wir dort miterleben durften waren und sind wieder einmal sehr lobenswert.

 

Ich möchte mich auf diesem Wege nochmals bei dem Jagdherrn und seiner Lieben Gattin für alles recht herzlich bedanken. Ein Vergeltsgott und ein kräftiges Weidmannsheil auch meinem treuen Begleiter Willi. Vor allem aber dem Hermann ein rießen großes Dankeschön für alles;( und danke das auch noch die Böcke spendiert hosch, bist a Pfunds Kerl!!)

 

Liebe Grüße auch an deine nette Frau und an die sehr hübschen Töchter.

 

 

 

Liebe Grüße nach ÖÖ an alle

weidmannsheil und Weidmannsdank

 

 

                                                                                                                            Bericht: Christian Lindner

                                                                                                                           Fotos: Paparazzo Hermann

 

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