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Liebe
Leser, um für etwas Abwechslung zu sorgen
gibt es dieses mal eine etwas andere
Erzählung wie wir sie gewohnt sind, aber ich
hoffe sie gefällt euch trotzdem.
Der Walter
hatte einen Trophäenbockabschuss-Gutschein
vom Hermann bekommen. Alleine wollt er nicht fahren.
Die Linde fragen kostet nichts, er hat immer
Zeit. Ich wollte aber auch jagen. Was tun?
Hermann fragen: "bitten um weiteren
Abschuss"! Genehmigt!! Walter glücklich,
Linde auch! Start erst um acht Uhr. Fahrer
Walter, Beifahrer ich. Sonst keiner im
Wagen. Trauer im Auto, unsere Teamkollegin Roswitha fehlt uns,
nicht mitgefahren.
Erste Station „Puch bei Hallein „(Salzburg).
Schwester wird besucht. Ich navigiere,
Naviagtion im Auto ausgeschalten: Ganz
schlimm! Wie blind herumfahren. Ich brauche
bereits Beruhigungspillen -Walter noch immer
ruhig. Wird schon schief gehen. Im Hotel
herzliche Umarmung, mein Schwager leistet
Gesellschaft. Würstl mit Speck und Käse,
Bier natürlich auch. Um 12 Uhr Weitrfahrt.
Hermann wartet schon ungeduldig. Ich ruhig,
Walter auch. Endlich sind wir da. Nette
Begrüßung, Handdruck und Küsschen. Erstmal
Wasser und a bissl sitzen. Lagebesprechung!.
Der Jagdchef und sein Bruder treffen ein.
Bruder ist auch Jäger. Also zusammen 5
Jäger. An einen Tisch versteht sich. Jetzt
Seidl Bier. Nie gehört. Zum Glück nichts
großes. Dann Aufbruch zu unserer
Schlafstette. Am Hof
Begrüßungstrunk......Geil. Aussicht gut. Hof
groß (85ha), sauber und schön. Zimmer gemütlich.
Grill steht schon. Keller voll Bier und Schilcher Wein. Habe ich auch noch nie
gehört. Dem Walter schmeckt er!! Mittagessen
in der Wirtschaft bei Hermanns Frau. Bin
skeptisch. Können die Öberöstereicher
kochen!? Positive Überraschung.
Öberöstereicher kochen phantastisch! Wieder
Lagebesprechung und Jagdeinteilung. Erstes
Problem, Hermann ist nervös. Walters Bock
schon 3 Tage nicht mehr gesehen. Walter
immer noch ruhig. Wieder hoch zu Bauernhaus.
Mitten im Revier. Lagebesrechung Nr. drei.
Kühles Bierchen unter Laube. Jetzt
Aufbruchstimmung. Walter mit Hermann. Willi
und ich. Walters neue Kanzel wurde vom
Hermann neu gebaut . Ich Kanzel im Jagdhaus.
Super, super schön!! Im Keller steht Bier.
Nicht lange. Rehe keine. Bittere Zeiten.
Endlich ein Bock. Dreier Bock. Zu jung. Es
dämmert. Letztes Bier, dann ab zu Hof.
Am
Hof angekommen erfasst das Licht von unserem
Geländewagen den Kirschbaum, unter dem sich
schon so einige auf dem großen Tisch
eingefunden hatten. Und zu unserer
Überraschung hängt am Baum ein Bock. Beim
genaueren hinschauen wird er immer größer.
Walter strahlt übers ganze Gesicht, ist
schon leicht angeschlagen. Der Bock
ist ausnahmst stark und ich wünsche dem
Walter natürlich ein Weidmannsheil mit einem
kräftigen Händedruck und einer Umarmung. Der
Abend ist gerettet und die lange Reise hat
sich gelohnt. Hermann ist nicht wieder zu
erkennen, er war wieder ruhig und konnte
endlich aufatmen. Vom Hans dem Jagdherrn hat
sich die ganze Familie versammelt und immer
wieder fuhr irgendein Auto auf dem Bauernhof
vor und gesellte sich zu uns. Jetzt stillten
wir unseren Durst erstmal mit Bier. Außer
der Schütze, dem schien der „Schilcher“ zu
munden. Es war bereits Mitternacht und der
Paparazzi „Hermann“ erfüllte den Platz unter
der
Sonnenmarkise immer noch mit Blitzlicht. Es war eine traumhafte
Atmosphäre. Gegen 2 Uhr Morgens verzogen
sich die ersten und suchten die Betten auf.
Der harte Kern nahm aber noch ein
Schnäpschen im Heizungsraum zu sich. Erst
jetzt merkte ich wie gut der leichte Rotwein
(Schilcher) dem Walter schmeckt. Ich
habe den Walter noch nie so gesehen. Wir
haben uns bis um halb 4 Uhr Morgens tot
gelacht. Walter erzählte aber ich verstand
seine Sprache nicht.
Dann aber war Schluss. Willi und ich haben
uns nämlich für 4 Uhr wieder verabredet.
Seine Worte waren:“ kumm, leg dich eine
holbe Stundn aufs Ohr und donn startmer“.
Das habe ich dann auch gemacht. Kurz nach
vier stand ich startklar im Innenhof, vom
Willi keine Spur. Um halb fünf suche ich
wieder die Federn auf. Frühstück war auf 9
Uhr angesagt Weckruf vom Hans, um halb neun
schoss er mit
seiner Flinten ordnungsgemäß einige Erhebend
euch Schüsse, so dass es uns förmlich aus
den Federn riß. Alle trafen pünktlich wieder unter
der Markise im Innenhof ein und die Chefin hat ein
Bauernfrühstück vorbereitet wie man es in
den besten Hotels nicht vor findet. Wir
ließen es uns nicht nehmen nach dem
Frühstück in der angenehmen Morgenluft die
nach frischen Heu roch ein kühles Bierchen
zu trinken. Was nun!? Der Hermann hatte
sich vorgenommen mit dem Walter im Revier
herum zu laufen und der Willi und ich gingen
ein Stück spazieren. Mit dabei natürlich
meine Frau Merkel. Mann weiß ja nie. Zu
Mittag haben wir noch kurz eine Kanzel
mitten im Revier bezogen und siehe da,
pünktlich als die Sirenen erhellten, zogen
auch schon die ersten Rehe aus. Leider nur
kurz und kein passendes Stück dabei.
Um 14 Uhr
gings wieder in die Wirtschaft. Der Hermann
hatte nämlich am Tage zuvor hinter unserem
Rücken die Rechnung dort beglichen und wir
wollten das nicht auf uns sitzen lassen.
Schließlich waren wir ja die Gäste und so
haben wir uns revanchiert mit einem weiteren
sehr schmackhaften Mittagessen. Jede Menge
Jägerlatein am Mittagstisch und so ließen
wir es uns wieder schmecken.
Die vielen
Lagebesprechungen die an dem Tage geführt
wurden und die ganze Aufmerksamkeit galt nun
dem Unterlandler Jäger, ja meiner Wenigkeit. Wo
ansitzen.!? Wo steht der Bock sicher !? Ich
muss schon sagen es war sehr vor bildhaft
und nett wie sich alle bemüht haben, um auch
noch mich zum Abschuss zu führen. Sogar der
Hermann hat sich mit dem Walter abends
nochmals die Zeit genommen auf Ansitz zu
gehen um einen passenden Bock für mich
ausfindig zu machen. Hans hatte dann kurz
vor Abend nochmals all unsere geschmiedeten
Pläne auf den Kopf gestellt und sagte, wir
sollen doch die Kanzel kurz unter der
Hofstelle beziehen. Dort zirkuliert nämlich
ein sehr starker, reifer Bock und wenn der
dort ausziehen würde hätte ich in frei.
Gesagt getan und bereits um 19 Uhr saßen der
Willi und ich gemütlich auf unseren Allerwärtesten und glasten die fernen Hügel
ab. Dort schauten wir den Bauern zu wie sie
mit Ihren rießen großen Maschinen das Heu
einbrachten und pressten. Traumhafte Gegend.
Saftige Wiesen, Weiden, einzelne Äcker, dann
wieder ein Waldstreifen und mitten im grünen
rießen große Bauernhäuser. Dann das erste
Reh. Die Sonne stand noch hoch
als eine
Ricke durch das Loch zog in das wir
schauten. Das Loch war vielmehr eine Wiese
mit sattem Grün unterhalb von uns. Nach
unten, nach rechts und nach links super
Einstände. Im gegenüber liegendem Hang eine
Weide unterzogen mit Waldbäumen und dann
wieder Wiesen. Schon bald traten überall
Rehe aus. Unsere ganze Aufmerksamkeit galt
aber der Wiese unter uns. Dann wurde es
ernst. Eine Rehgeiß trat aus und ein Bock
zog hinterher. Es war ein Junger Gabelbock.
Typisch für dieses Revier die dunkle
Stangenfärbung. Der junge Bock hatte auch
einen guten Ansatz und war stark geperlt.
Jetzt zieht auch die Geiß von vorhin wieder
in die Wiese. Wir erkennen zwar das Gesäuge
aber Kitz zieht keines hinterher.
Wahrscheinlich liegt es irgendwo und auch
der junge Bock macht es sich im Futter
gemütlich und legt sich hin. Ich merkte an
das es mir nichts ausmachen würde auch
diesen Bock zu erlegen. Hans aber meinte den
kriegen wir evt. auch noch morgen früh und
so warteten wir geduldig weiter. Rechts im
Hochwald vom Nachbarrevier auf ca. 270 Meter
sah ich plötzlich eine Bewegung. Mit dem
Fernglas kontrollierte ich nun die Stelle
und ja da stand ein Reh. Ganz verdeckt und
immer an der selben Stelle zupfte es im
Unterholz an den Blättern der Stauden. Lange
versuchte
wir es anzusprechen bis es
schließlich hinter den Bäumen verschwand. Es
war bereits kurz vor 21,30 Uhr als das Reh
beim Nachbar auszog und in unsere Richtung
äste. Schnell war klar es war der besagte
Bock. 15 Min später durchzog der Bock den
kleinen mit Büschen verwachsenen Graben der
Reviergrenze und zog im letzten Licht in die
saftige Wiese unter uns ein. Ich hätte Ihn
mir nicht so lange und genau ansehen sollen.
Ich wusste das ein ausnahm starker Bock
jetzt da unten stehen würde, den ich auch
noch zum Abschuss frei hatte. Mein Puls
raste und ich würde lügen wenn ich jetzt
schreiben würde ich war nicht aufgeregt.
Langsam legte ich meine Merkel zurecht. Die
Auflage gefiel mir aber nicht so gut. Steil
nach unten, 180m und hinten nichts zum
unterlegen. Zudem war ich vorne viel zu
hoch. Egal das muss jetzt passen. Spannen,
richtig durch atmen, den Punkt aufs Blatt
und schon fliegt die 270 WIN . Der Bock
stand leicht versetzt und so durchschlug die
Kugel den Trägeransatz, verließ den
Wildkörper durchs Schulterblatt und riss den
Bock augenblicklich zu Boden. Willi mein
Begleiter klopfte mir mit einen
Weidmannsheil auf die Schulter. Der erst
Blick beim Bock galt natürlich seinem
Kopfschmuck der jetzt noch imposanter als im
Fernglas zur Geltung kam.“ Mamma mia was
habt Ihr für Böcke Willi“ sagte ich noch
bevor ich vor Freude den Begleiter in die
Luft hob und vor Freude drückte. Die Bergung
war relativ mühelos. An der Hofstelle hatten
alle den Schuss gehört und warteten nun am
Grillfeuer auf die Jäger. Ihr könnt euch
vorstellen wie man sich als glücklicher
Erleger solch eines
starken
Bockes fühlt, wenn so eine Menschenmenge auf
dein Erscheinen wartet. Traumhaft!
Streckelegung, Bilder, Händeruck und dann
wieder ein Küsschen. Ja ich ließ es mir
nicht nehmen mich als erfolgreicher Jäger
feiern zu lasse. Nach dem Grillen haben der
Walter und ich uns erst mal so richtig bei
allen mitwirkenden mit einer kleinen Rede
bedankt. Dann gab es Schnaps und der Hans
hat nun auch den Bock vom Walter zu meinem
gelegt und wir haben beide Böcke so richtig
tot getrunken. Ganz spät in der Nacht kam
dann Wind auf. Auch der konnte uns nicht
mehr aufhalten :-) Schnell war wieder der
Heizraum bezogen worden . Halb neun Morgen
war Frühstück angesagt und alle trafen
wieder pünktlich ein. Nach den Frühstück,
einer herzhaften Umarmung haben wir uns dann
verabschiedet und fix und fertig aber, sehr
sehr glücklich die Heimreise angetreten.
Die Familiäre
Atmosphäre, die nette Gesellschaft sowie die
Gastfreundschaft welche wir dort miterleben
durften waren und sind wieder einmal sehr
lobenswert.
Ich möchte
mich auf diesem Wege nochmals bei dem
Jagdherrn und seiner Lieben Gattin für alles
recht herzlich bedanken. Ein Vergeltsgott
und ein kräftiges Weidmannsheil auch meinem
treuen Begleiter Willi. Vor allem aber dem
Hermann ein rießen großes Dankeschön für
alles;( und danke das auch noch die Böcke
spendiert hosch, bist a Pfunds Kerl!!)
Liebe Grüße
auch an deine nette Frau und an die sehr
hübschen Töchter.


Liebe Grüße
nach ÖÖ an alle
weidmannsheil
und Weidmannsdank
Bericht:
Christian Lindner
Fotos: Paparazzo Hermann
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