BERICHT 29 : T-Bock statt Jährling

 

Dunkle Regenwolken kündigten sich an als ich wieder einmal mein Jagdglück versuchte. Mit Kamera, Rucksack und meiner Büchse machte ich mich dennoch auf den Weg zu meiner neuen Bodenkanzel die Gott sei Dank noch trocken erreichte. Den schweren Tropfen trotzend ließ ich die Regenfront in meiner Kanzel über mich hinweg ziehen. Während über mir noch schwere Tropfen auf das Kanzeldach prasselten zeichnet die auf der Westseite von Regenwolken frei werdenden Sonne einen satten Regenbogen in den Himmel. Das ganze Szenario dauerte nur 10 Minuten, jetzt war wieder der schönste Tag den hoffentlich auch die Rehe nutzten um ihre Einstände zu verlassen.

Nun saß ich erwartungsvoll in meiner Kanzel und wartete auf den Jährling den ich vor zwei Tagen zum ersten Mal in Anblick hatte. Während ich mir Gedanken machte aus welcher Richtung er wohl kommen würde preschten zwei Böcke über die freie Wiese.

Der halb Lauscher hohe Spießer und der ungerade Sechser (reserviert für Walter) von dem er getrieben wurde waren genau so schnell verschwunden wie sie aufgetaucht waren. Während ich dieses Schauspiel verfolgte zog an anderer Stelle ein weiterer Bock aus und tat sich am Rand einer Strauchgruppe nieder. Mit meinem Spektiv konnte ich nun den Bock in aller Ruhe ansprechen bei dem es sich ebenfalls um einen ungeraden Sechser handelte. Ich entschloss mich nun diesen Bock zu erlegen, sicherheitshalber kam aber vorher noch der Entfernungsmesser zum Einsatz der mir dann 207 Meter anzeigte.

Nun war Warten angesagt da er keine Anzeichen machte hoch zu werden. Mittlerweile tauchten auf der linken Seite weitere vier Stücke auf, jene beiden Böcke die ich von vorher schon kannte, eine Führende und ein Schmalreh (reserviert für Linde) die nun auch den Ungeraden bei der Strauchgruppe auf die Läufe brachten.

Nun hoffte ich das er in meine Richtung ziehen würde um die Entfernung etwas zu verringern, den Gefallen tat er mir dann auch. Lange konnte ich jetzt nicht mehr warten den wenn drei Böcke aufeinander treffen ist meist einer zu viel. Der Blick durch den Entfernungsmesser zeigte immer noch 170 Meter, doch bevor ich fliegen ließ musste ich meinen Camcorder noch aktivieren um das Ereignis fest zu halten. Das Absehen kurz hinterm Blatt ließ ich die Kugel aus dem Lauf und der Bock verendete am Anschuss. Waren kurz zuvor noch 5 Rehe auf der Wiese zu sehen war die Bühne nun wieder leer und ich machte mich auf den Weg den Bock zu bergen und zu Hause zu versorgen.

 

 Waidmann´s Heil                                          

 

                                                                                                     Bericht und Fotos: Hermann Großalber  OÖ

 

 

 

 

nach oben