BERICHT : Die zwei C-Hirsche von Patsch

Nach zwei Wochen ohne freien Tag gönnte ich mir letzte Woche einen freien Nachmittag um mal wieder mit meinem treuen Drahthaar Asco einen längeren Reviergang zu machen.

Nach 2 Stündiger Pirsch gelangten wir gegen Sechs nach Patsch. Da ich eine zünftige Marende mit hatte, beschloss ich mich hier einzurichten und nach Rotwild Ausschau zu halten.

Während dem Speck aufschneiden sah ich immer wieder in den entgegen liegenden Hang, und konnte auch bald ein Stück Rotwild ausmachen. Da es aber in derart dichtem Gebüsch äste war an ein sicheres Ansprechen nicht zu denken. Also aß ich gemütlich fertig, denn das vermeindliche Tier machte keine Anstalten sich aus der Dickung zu begeben.

Kurz vor dem finster werden erhaschte ich einen Blick auf das spitz von mir weg äsende Stück, und mir fiel fast das Unterkinn zu Boden. Das vermeindliche Tier entpuppte sich als Spießer, der noch dazu eine Anomalie am linken Schlegel hatte. Jetzt war an einen Schuß aber nicht mehr zu denken.

Also ging ich gefrustet nach Hause, und machte gleich mit Jagdkollege Franz aus am nächsten Morgen noch mal nach Patsch zu gehen.

Schon lange vor der Dämmerung saßen wir am Tucker und mit zunehmender Sicht glasten wir den Gegenhang ab. Aber da war nichts zu sehen!? Ich hatte schon abgeschlossen, da standen auf einmal wie aus dem Erdboden gewachsen 3 Stück Rotwild 240 m von uns entfernt im Jungwuchs. Alle drei waren Jährlingshirsche, doch der gesuchte „ Krumpe“ war nicht dabei. Nach 20 Minuten entschloß ich mich den schwächsten der drei zu schießen.

Kurz danach hallte der Schuß durchs Tal, und der Spießer fiel 50 meter an uns vorbei ein Stück das Tal hinunter.

Weidmannsheil dachte ich mir, und auch Franz wollte schon zusammenpacken. Ich sah noch mal zu den anderen Spießern hoch, und staunte nicht schlecht. Da waren ja immer noch 3 Stück Rotwild. Schnell den Habicht zur Hand, ich traute meinen Augen nicht, der gesuchte Krumpe hatte sich auf einmal, wohl vom Schuß aufgeweckt zu den Anderen gesellt. Nach kurzer Beratung stand fest. Morgen wird er halt nicht mehr kommen also schießen. 190 Meter bombensichere Auflage , es dauerte nicht lang und das 11,5 gr Tig Geschoß traf sein Ziel.

Auch der zweite entschloß sich an der unwegsamsten Stelle abzustürzen, und so mussten wir zusehen wie auch er an uns vorbei das Tal hinunter rauschte.

Nach schweißtreibenden eineinhalb Stunden hatten wir die zwei Spießer am Patschhof liegen und konnten uns über die getätigten Abschüsse freuen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch beim Franz für die Hilfe bedanken.

Der schwächere der beiden hatte sich wohl im Winter bei Steinschlag den Rechten Schlegel gebrochen denn der Knochen war schon wieder zur Gänze zusammengewachsen.

Mit nur 26 kg kann man nur erahnen was das Stück mitgemacht hatte.

 

Waidmannsheil

                                                                           

                                                                           Bericht und Fotos: Stephan Pfitscher, Jagdrevier Schlanders

 

 
 

 

 

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