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Wie
jedes Jahr geht bei uns im Revier am 15 Juni
der Jährlingsbock auf. Und da ich ihn
letztes Jahr zum letzen mal vor dem
Trophäenbock in meiner Jagdkarte hatte,
machte ich mich schon Anfang Mai auf die
Suche nach einem passenden Bock.
Die meisten
Böcke die ich jedoch sah waren mir zu gut,
da Gabler oder sogar ein ungerader
Sechserbock. Also was tun? Dann ein paar
Tage bevor der Bock aufging kam ich gegen
zehn Uhr Vormittags von einem Jagdgang
zurück und fuhr Gedankenversunken an der
Tankstelle nicht unweit vom Dorf vorbei, da
sah ich im Vorbeifahren zwei rote Flecken
oberhalb vom Rettnbocher Raut. Bei der
nächsten Abzweigung in die Obstwiesen fuhr
ich aus und warf den Rucksack mitsamt
Spektiv aufs Autodach. Ich staunte nicht
schlecht als ich die zwei Rehe ansprach. Es
waren zwei Jährlingsböcke, einer hatte schon
eine kleine Gabel, aber der andere hatte nur
zwei kleine Spieße die sogar schon verputzt
waren. Das ist er dachte ich zufrieden und
fuhr heim zur Arbeit .
Die
Tage danach konnte ich „ meinen“ c-Bock
immer wieder bestätigen. Aber wie es halt
meistens zutrifft, war der Bock am ersten
Jagdtag verschwunden, und auch an den darauf
folgenden Ansitzen war vom Bock nichts zu
sehen. Ich hatte noch 2 Tage bevor ich für
eine Woche mit Frau und Kind ans Meer fahren
sollte, mir ging langsam die Zeit aus denn
meine Jagdkameraden waren schon fleißig und
es war zu erwarten das der Abschussplan
erfüllt sein würde bis ich vom“ ach so
schönen“ Meer zurück wäre. Einen Anlauf
wollte ich noch machen, und ließ mich um
zwei Uhr Nachmittags von meiner Frau nach
Vetzan bringen um von da aus zu Fuß über den
„Feuersteig“ der etwa 50 Meter oberhalb vom
Rettnbocher Raut verläuft, nach Schlanders
zu Jagern.
Es war ein
windiger Nachmittag und wie ich so dem Steig
entlangpirschte machte ich mir eigentlich
keine große Hoffnung überhaupt ein Reh
anzutreffen, geschweige denn den
Jährlingsbock zu finden
Etwa 50 Meter
vor dem Fuchstal kamen mir zwei Touristen
entgegen und ich unterhielt mich mit Ihnen,
da Sie wissen wollten was ich denn schießen
wolle.
Ich
verabschiedete mich und ging etwa 30 Meter
weiter da blieb ich wie vom Blitz getroffen
stehen und konnte meinen Augen nicht
glauben. 100 Meter unter mir im Raut stand
ein Reh und zupfte an einer Akatienstaude.
Langsam nahm
ich meinen Habicht vor die Augen, und
tatsächlich es war der Gesuchte Bock.
Dann musste
alles sehr schnell gehen, denn 200 Meter
hinter dem Bock kamen schon wieder drei
Frauen mit Walkingstöcken daher und der Bock
wurde unruhig.
Rucksack auf
den Boden, die 243er in Anschlag und schon
war der Schuß draußen .
Der Bock brach
im Feuer zusammen und blieb liegen.
Jetzt schnell
zusammenpacken, und schon stand ich mit noch
zittriger Hand vor den Walkerinnen, die aber
anscheinend nichts mitbekommen hatten.
Ich gab dem
Bock den letzten Bissen und trug ihn dann
voller Stolz im Rucksack bis zu unserer
Jagdzelle wo auch schon zwei Jagdkameraden
auf mich warteten.
Der Bock wurde
dann natürlich anständig „Verblasen“ und
einen Tag nachher konnte ich mit ruhigem
Gewissen ans Meer fahren.
Waidmannsheil
Bericht und Fotos:
Stephan Pfitscher, Revier Schlanders |