BERICHT 16 : Der Spielhahn auf der Hauptneralm

 Hahnenbalz, wer von euch ist von diesem Schauspiel nicht fasziniert? Mir geht es halt so und wir freuten uns auf die Hahnenjagd im schönen Osttirol. Zu dritt, wie immer, starten wir am Abend, um in der Früh an Ort und Stelle zu sein. Bei uns gibt es bei  keiner Jagd den Jagdneid und keine Geheimnis- Krämerei, wer das Wild als Erster sieht und wer das Glück hat im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu sein, schießt und so auch dieses Mal. Jeder sucht sich einen Platz aus, Einer ist so gut wie der Andere. Vor 4 Uhr starten wir frohen Mutes und noch ein bisschen müde, jeder an seine Platz. Schon bei der Hütte spürt man den Wind und an der Waldgrenze, pfiff er ordentlich um die Ohren. Was solls, versuchen wir halt unser Glück. Der nahe Bach, normaler Weise sehr ruhig und klein. führt jetzt in der Schneeschmelze viel Wasser und auch nicht gerade gut, wenn man auf den Hahnengesang lauscht. Schon vor 5 trägt mir der Wind immer wieder leisen Hahnengesang zu, aber keine Chance die Richtung zu bestimmen. Ich gebe mir die grösste Mühe in der Morgendämmerung mit dem Fernglas die Gegen ab zu suchen und während meiner Bemühung, bricht links von mir ein Schuss. Waidmannsheil! Heinz ist der Glückliche! Hoffentlich getroffen und kein Schneider, waren meine ersten Gedanken. Ich packe meine Habseligkeiten zusammen und mache mich auf den Weg. Auch Franz hat den Schuss gehört und wir gehen gemeinsam um die Beute zu bewundern. Wir sehen Heinz suchend im Gelände herum wandern und während wir uns nähern bückt er sich und hält den Hahn in der Hand. Von Weiten sieht man schon daß es ein guter Hahn ist. Er freut sich sichtlich über sein Jagdglück und wir freuen uns mit ihm. In der Hütte gibt es erstmals eine kräftige Jause und natürlich einen Schnaps. Der erste Tag war gerettet, aber weil wir einige Tage eingeplant hatten, machten wir es uns gemütlich.. Erstmals den Schlaf nachholen, dann ein gemütliches Korschtale und verschieden Arbeiten fallen ja auch immer an. Gemütlich sitzen wir dann vor der Hütte, hören die Kuckucke um die Wette rufen und sehen den Rehen in der Wiese beim äsen zu. Weil die Hahnenbalz so faszinierend ist beschliessen wir am nächsten Tag wieder in aller Früh bergwärts zu steigen. Die Mühe hat sich gelohnt und wir können heute in aller Ruhe dem Balzgeschehen zuschauen. Noch dunkel, hört man ein Flattern und bald schon das Gegacker einer Henne. Ein guter Hahn balzt zu unserer Linken und 6 Hähne zu unserer Rechten, ein Schauspiel sondergleichen. Auf dem Heimweg gehen wir einen Umweg, weil wir vor einiger Zeit auf einem Wildwechsel die Wildbeobachtungskamera angebracht haben um die Wildbewegung zu kontrollieren. In der Hütte machen wir uns nun gespannt dran zu schauen was sich im Revier so tut. Ups..... an dieser Stelle möchte ich dem ehrlichen Finder danken, daß er nicht die Kamera gestohlen hat, sondern nur die Speicherkarte entfernt hat. Na ja es gibt auch freundliche Diebe!!!!! Aber ansonsten waren es wieder schöne Tage in Matrei und wir freuen uns immer wieder wenn es die Zeit erlaubt ins Revier zu fahren

 

Waidmannsheil 


                                                                                                                                 Bericht und Foto: Annelies Lahner

 

 

 

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